Auf „Weltreise“ mit Opa

Auch mit dem „Finger auf der Landkarte“ und mit Opa kann man tolle Ferienreisen unternehmen – in der Fantasie. Und die sind ganz schön spannend.

Die Sommerferien beginnen, und Eva und Daniel sind wütend. Wegen der verpatzten Urlaubsreise.
„Warum seid ihr denn so brummig?“, wundert sich Opa. „Ich habe mich immer sehr auf die Ferien gefreut.“
„Pah!“ Daniel verzieht das Gesicht. „Ferien ohne Reise sind doof.“
„Bestimmt würden eure Eltern gerne mit euch verreisen“, meint Opa.
„Warum tun sie es dann nicht?“, trotzt Eva.
Opa zuckt mit den Achseln. „Sie müssen sparen. Bestimmt sind sie deswegen sehr traurig.“
„Wir sind auch traurig“, maulen die Geschwister.
„Oje“, murmelt Opa. „Eine schwierige Sache. Dann seid ihr alle traurig. Aber ihr könntet doch ins Schwimmbad gehen oder Fahrradtouren machen, im Garten spielen oder draußen auf dem Feld … ach, vieles gibt es zu tun. Und ich bin froh, dass ich in den Ferien nicht so alleine bin.“
„Freust du dich wirklich, wenn wir daheim bleiben?“, fragt Eva. „Und erzählst du uns auch Geschichten?“
„So viele ihr wollt. Wir können auch in den Park gehen oder in den Zoo, durch die Stadt bummeln, in der Sonne dösen, ja, und ein bisschen verreisen können wir auch.“
Eva und Daniel blicken Opa aufgeregt an. „Verreisen? Wohin?“
Opa macht ein geheimnisvolles Gesicht. „Es sind ganz besondere Reisen, die jeder nur einmal machen kann.“
„Nur einmal?“, fragt Daniel. „Sind die so gefährlich?“
„Gefährlich nicht, aber einzigartig.“
Darunter können sich Eva und Daniel nichts vorstellen.
Opa lächelt. „Ich zeige es euch.“ Er zieht den Atlas aus dem Bücherregal, schließt die Augen, öffnet irgendeine Seite und fragt: „Na, wo sind wir gelandet?“
Daniel sieht auf die Karte. „Auf einer Insel.“
„Es ist Irland“, sagt Opa. „Eine interessante Insel im Atlantik. Hier werden wir viel erleben.“
Dann reisen Eva, Daniel und Opa mit dem Finger auf der Karte durch dieses ferne Irland. Es ist eine aufregende Reise. Sie fahren über das weite, grüne Land, klettern auf Berge und Klippen, schippern auf Flüssen und wandern an Stränden entlang. Eva und Daniel können alles genau vor sich sehen. Am aufregendsten sind die alten Ruinen mit den Gespenster- und Seeräubergeschichten. Immer wieder muss Opa davon erzählen. Überhaupt weiß er viele Sagen aus diesem Land zu erzählen.
„So eine Reise“, schließt Opa, „kann man nur einmal machen. Immer gerade so, wie es uns die Fantasie vorsagt. Ist das nicht prima? Wir sind mit vielen Geschichten durch Irland gereist. Ganz ohne Geld oder Koffer, Auto, Schiff oder Flugzeug. Man braucht nur eine Landkarte und Fantasie.“
„Toll.“ Daniel ist richtig stolz auf seine Irlandreise. Machst du mit uns noch einmal so eine Reise?“
„Wir können an jedem Ferientag in ein anderes Land reisen“, schlägt Opa vor. „Und am Ende der Ferien habt ihr fast so etwas wie eine Weltreise gemacht.“
Da freuen sich Eva und Daniel, und sie sind gar nicht mehr so böse, dass die Sache mit dem Urlaub am Meer nicht geklappt hat. Was ist das schon gegen eine Weltreise?

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

19. Juli 2013 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Gutenachtgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert


Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen