Die Mücke im Bernstein

Kleine Tiere, die viele Millionen alt sind und noch heute zu sehen sind – in Steinen. Leo und seine Freunde machen spannende Entdeckungen. Eine Geschichte über Entdeckungen aus der Urzeit und der Entstehung des Bernsteins

„Ich habe ein Tier gesehen. In einem Stein“, erzählt Leo.
„Hoho. Es gibt keine Steintiere“, lacht sein Freund Benjamin.
„Wenn ich es aber doch gesehen habe!‘, beharrt Leo. „Eine Mücke ist es gewesen. Ganz klar.“
„Und die ist in einem Stein gesessen?“
Leo nickt.
Benjamin schüttelt entschieden den Kopf. „Du willst mich auf den Arm nehmen. Eine Mücke kann AUF einem Stein sitzen. Aber nicht innen drin.“
„Falsch“, schaltet sich Maja ein. „Ich habe auch schon ein Tier in einem Stein gesehen. Eine Schnecke, und die sah echt toll aus.“
„Eine echte Schnecke? Mitten in einem Stein?“
Maja nickte. „Echt wahr“, bestätigte sie. „Eine sehr alte Schnecke. In den Stein eingeschlossen ist sie schon seit vielen Millionen Jahren. Toll, nicht?“
„Wow!“ Aufgeregt starrt Benjamin Maja an. „Wie kommen diese Tiere in Steine?“
„Meine Mücke steckt auch schon seit vielen Millionen Jahren in dem Stein. Er hängt an einer Kette, und die Kette hängt am Hals von Großtante Ella und ist kostbar“, sagt Leo.
„Deine Großtante Ella hat eine tote Mücke um den Hals hängen? Igitt!“ Benjamin schüttelt sich.
„Pah!“, wehrt sich Leo. „Die Mücke steckt in dem Stein und der ist ein teurer Schmuck und heißt Bernstein. Tante Ella hat mir auch erklärt, wie die Mücke in den Stein gekommen ist. Das war nämlich richtig fies, damals, vor vielen Millionen Jahren. Ganz harmlos hat die Mücke auf dem Zweig einer Kiefer gesessen und sich gesonnt oder so. Dann ist von einem Ast über ihr ein Tropfen Harz auf den Zweig und auf die Mücke getropft. Das ging so schnell, dass sich die Mücke nicht wehren konnte. Ehe sie flüchten konnte, hat das klebrige Harz sie in dem Tropfen eingeschlossen.“
„Ihh, wie gemein.“ Maja verzieht entsetzt das Gesicht. „Und dann?“
„Dann ist noch mehr Harz vom Ast getropft hart, und dieser Harzklumpen ist hart geworden und immer härter, und war dann irgendwann ein Stein.“
„Toll!“, staunt Benjamin.
„Arme Mücke!“, sagt Maja. Dann erzählt sie den Freunden, wie das mit dem Schneckenhaus im Stein passiert ist. Sand nämlich hatte der Wind auf die Schnecke, die schon tot war, geweht. Dieser Sand war dunkel und ölig und ist in den vielen Millionen Jahren immer fester zusammengeklebt. Im Laufe vieler tausend und mehr Jahre war er zum Stein geworden und mitten in dem Stein, da steckte sie, die Schnecke.
„Es ist ganz schön spannend, was damals passiert ist“, sagt Benjamin und er kann sich so gar nicht vorstellen, dass die Erde schon so alt ist.
Doch wer kann das schon? Du etwa?

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in einer kürzeren Fassung hier: Die Mücke im Bernstein-Schmuck

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

27. Juli 2013 von Elke
Kategorien: Gutenachtgeschichten, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

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