Toms Ausflug mit dem Kickboard

Was passiert, wenn sich unterwegs das Kickboard plötzlich selbständig macht und wie ferngesteuert aus der Stadt hinaus rollt? Davon erzählt die Geschichte von Toms tollem Abenteuer. Oder ist es doch nur ein Traum gewesen?

Tom möchte einen Ausflug machen, doch Oma sagt wie jeden Sonntag: „Wir gehen in den Park zum Enten füttern!“
Wie langweilig!
Während Tom lustlos auf seinem Kickboard hinter Oma zum Park rollert, macht das Kickboard plötzlich einen Schlenker nach links, und Tom rollt aus dem Park hinaus.
„Hey! Halt!“, ruft Tom und dreht am Lenker, doch das Kickboard fährt schnurstracks weiter. „Was machst du bloß? Fahr zurück! Wir wollen zum See!“, ruft Tom.
„Immer Enten füttern ist öde“, entgegnet das Kickboard. „Ich will einen Ausflug machen.“
Tom stemmt sich mit einem Bein auf den Boden, doch es hilft nichts. Schon rollen Tom und das Kickboard durch den dicksten Autoverkehr.
„Au weia! Tom hält sich die Augen zu, doch es kracht nicht. Es gibt auch kein wildes Gehupe. Nur das Rollen der Räder ist zu hören, und auch das wird immer leiser. Auch der Verkehrslärm lässt nach. Das Kickboard rollt nun schneller. Tom spürt, wie ihm der Fahrtwind um die Ohren pfeift. Er macht die Augen auf und erschrickt.
„W-w-wo sind wir?“, stottert er und sieht sich um. Die Stadt liegt hinter ihnen, und das Kickboard fegt elegant auf einer Spur der Bahngeleise durch die Landschaft.
„Das kann nicht wahr sein“, ruft Tom.
Das Kickboard macht einen Hüpfer, und es scheint, als lachte es.
„Wir machen einen Ausflug“, raunt es im Takt der rollenden Räder. „Einen Au-ausflug, einen Au-ausflug …“
„Schon gut“, brummt Tom. „Ich habe verstanden.“ Er reibt sich die Augen, schüttelt sich, doch dieser seltsame Ausflug auf dem Kickboard lässt sich nicht wegschütteln.
Tom fängt an, sich zu freuen und betrachtet die Landschaft, die an ihm vorüberrast. An Städten und Dörfern kommen sie vorbei, an Fabriken, Bauernhöfen, Campingplätzen und Burgruinen. Sie fahren durch Wälder, Weinberge, Wiesen, Felder, Täler und Flußauen und weiter, immer weiter.
„Das macht Spaß“, freut sich Tom. „Ich wollte schon immer einen Überraschungsausflug machen.“
Sie kommen an einen See mit vielen Enten. Das Kickboard hüpft von der Schiene, rollt die Böschung hinab und hält am Ufer an.
„Was ist los?“, fragt Tom. „Ist unser Ausflug zu Ende?“ Er will den Lenker drehen, doch das Kickboard macht keinen Mucks mehr.
Tom seufzt und zieht die Brottüte aus der Tasche. „Schade“, sagt er. Dann füttert er die Enten, die sich laut um das Brot streiten. Er füttert und füttert und …
Da, es klingelt! Erschrocken fährt Tom in die Höhe und blickt auf das Fußende seines Bettes.
„Schade“, murmelt er, „das alles war nur ein Traum.“ Er steht auf und geht zur Küche. Dort wartet Oma schon auf ihn. Es ist nämlich Zeit. Die Enten im Park warten. Tom schielt zu seinem Kickboard hinüber. Manchmal, heißt es, sollen Träume wahr werden, oder?

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findet Ihr in dem neuen Buch:
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Taschenbuch: Opas Gutenachtgeschichten: Betthupferl-Geschichten für Kinder
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Information

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

14. August 2013 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Gutenachtgeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. toller blog:)xx, jessi♥our hearts

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