Die Sache mit dem „seltsam schönen“ Kribbeln

Eine Schulgeschichte. Johanna mag Christian, der hinter ihr sitzt, sehr. Aber da ist auch noch Alexander … und dieses seltsam schöne Kribbeln im Bauch

Johanna ist in die zweite Klasse gekommen und die ist, findet sie, toll. Und toll, denkt Johanna, ist auch der Neue, Christian, der hinter ihr sitzt. Wenn sie ihn ansieht, fühlt es sich in ihrem Bauch so seltsam komisch an. Es ist ein schönes komisches Gefühl.
Manchmal schaut Christian sie ganz lange an und manchmal gibt er ihr von hinten einen leichten Stups, der nicht weh tut. Ein Stups, der sich irgendwie nett anfühlt. Ja, und seither schaut Johanna oft heimlich zu Christian und vor ein paar Tagen hat sie – auch heimlich – einen Schokoriegel auf seinen Stuhl gelegt. Ja, und am nächsten Tag lag, auch ganz heimlich, ein Lachgesicht aus Schokoperlen auf ihrem Tisch. Ob es ein Christian-Lachgesicht war?
Darüber denkt Johanna den ganzen Nachmittag nach und am Abend kann sie vor Aufregung kaum einschlafen. Immer wieder denkt sie an Christian und das Lachgesicht und wieder kribbelt es in ihrem Bauch so seltsam schön.
Als sie am nächsten Tag zur Schule geht, klopft ihr Herz heftiger als sonst. Es ist ein schönes Pochen und als sie die Klasse betrifft, kribbelt es auch in ihrem Bauch, in ihren Ohren pocht es und sie spürt, wie ihre Backen rot werden. Schnell sieht sie zu Christian hinüber.
Aber was ist das? Christian ist sehr beschäftigt. Eifrig unterhält er sich mit Lola, dann kichern sie und Christian fasst in Lolas lange Haare und zupft daran. Zärtlich irgendwie sieht das aus und Lola lächelt. Sie lächelt verliebt.
Nun klopft Johannas Herz noch stärker und in ihrem Bauch kribbelt es noch heftiger. Aber das fühlt sich gar nicht mehr schön an. Nein, es fühlt sich eher nach Tränen an. Schnell geht Johanna zu ihrem Platz und setzt sich. Traurig ist sie und so enttäuscht. Christian ist also in Lola verliebt. Weh tut das. Arg weh sogar.
Plötzlich sieht sie das Herz an der Tafel und in dem Herz steht in großen, roten Buchstaben: „JOHANNA“. Und noch etwas sieht sie: Alexander, der zu ihr herüber blickt. Schnell reibt er sich die Hände, an denen rote Kreidereste kleben, an seinem weißen T-Shirt sauber. Er lächelt verlegen – und Johanna lächelt zurück. Und komisch: Auf einmal kribbelt es in ihrem Bauch wieder so seltsam schön.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

20. September 2013 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Mutgeschichten, Schulgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | 2 Kommentare

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