Der Anruf des Herrn Herbst

Auch der Herbst kann telefonieren. Herr Herbst zumindest. Du glaubst es nicht? Florians Familie konnte es auch nicht glauben, aber dann …

“Der Herr Herbst hat angerufen”, sagte Florian beim Abendessen. Alle lachten.
“Soso“, grinste Papa. “Was wollte er denn?”
“Wollte er dich mal so richtig herbststurmmäßig anpusten?”, spöttelte Florians Bruder Sebastian. „Oder wollte er dich ein bisschen einnebeln?”
„Was? Der Herbst steht vor der Tür?“ Mama tut entsetzt.
“Ihr seid doof!” Florian war beleidigt. “Geht doch selbst nächstes Mal ans Telefon!”
“Mich ruft kein Herr Herbst an”, griente Sebastian. “Auch kein Herr Winter, keine Frau Sommer und kein Fräulein Frühling. Diese Typen stehen nicht auf mich.”
“Er war sehr nett, der Herr Herbst”, meinte Florian und biss in sein Brot.
Da lachten alle noch mehr. “Du mit deiner Fantasie!”, meinte Papa. “Was für einen Bären willst du uns denn da aufbinden?”
“Will dein Herr Herbst uns etwa besuchen?”, grinste Mama.
“Toll“, rief Sebastian und er schubste seinen kleinen Bruder. „Dann kann er mal in Florians Zimmer mit seinen Winden Staub pusten und aufräumen”, meinte Sebastian. “Und Florians Hirn kann er auch gleich ein bisschen schlau pusten”, fügte er hinzu.
Papa wandte sich zu Florian. “Nun aber mal ehrlich: Was ist heute passiert? Was hast du denn nun wirklich ausgefressen?”
“Ich?”, fragte Florian unschuldig und deutet zum Flur. “Nichts. Und überhaupt, das Telefon läutet schon wieder. Ich gehe aber nicht mehr ´ran.”
“Stimmt. Vor lauter Spötteleien hätten wir das Läuten nun fast nicht gehört.”
Immer noch lachend ging Papa zum Telefon, hob ab und wurde sehr blass um die Nase. “A-aber j-ja! S-selbstverständlich”, stammelte er in den Telefonhörer. “I-i-ich werde morgen pünktlich bei Ihnen sein! Auf Wiederhören!”
“Wer war es denn?”, erkundigte sich Mama. “Und warum guckst du so komisch?”
“E-es w-war Herr Herbst!”, stammelte Papa. “E-er w-will morgen mit mir sprechen! Wegen eines neuen Jobs.”
“Was für ein neuer Job?”, erkundigte sich Florian ernst und blickte in die verdutzten Gesichter am Tisch. “Sollst du ihm beim Pusten und Nebeln helfen?”
Ganz schön blöd blickte Papa da drein, doch dann mussten alle lachen. Und klar, am lautesten lachte Florian.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

21. September 2013 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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