Max und die Äpfel von König Fritz

Von Äpfeln und Erdäpfeln, einem alten König, einem Papa mit „gesundem“ Essen und einer verlorenen Wette

Max hat eine Wette verloren und muss seinem Freund Felix nun eine Portion Pommes mit Ketchup und Majo spendieren. Er stippt seine Fritten in die Soße und malt ein weißes Majo-Grinsgesicht in den roten Ketchupklecks.
„Das ist total ungesund, sagen meine Eltern“, mault er.
Felix nickt. „Das sagen meine auch.“ Er verwandelt den Grinsemund in Max‘ Majogesicht in eine Jammerfratze. „Dabei sind Fritten supergesund. Weil sie nämlich die Äpfel vom König Fritz sind.“
Max muss lachen.
„Echt wahr“, sagt Felix. „Das habe ich gelesen. Dieser König Fritz von Preußen hat vor mehr als 200 Jahren den Bauern befohlen, für ihn die Pommes zu ernten. Weil sie so gesund sind. Und ‚Pommes’ ist französisch und heißt ‚Äpfel’.“
Max ist begeistert. „Stimmt. Äpfel, sagt mein Vater, sind supergesund.“
Felix nickt. „’Pommes Fritz’ sind nichts anderes als die Äpfel vom König Fritz. Ist doch logisch, oder?“
Satt und zufrieden kommt Max später nach Hause. Papa hat gekocht: Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Salat. „Wäh“, mault Max. „Wie langweilig.
Papa tunkt eine Kartoffel in den Quarkbrei. „Hm. Schmeckt lecker. Und gesund ist es auch.“
Max aber hat keinen Appetit auf Papas lecker-gesundes Essen. „Kartoffeln sind doof.“ Er schiebt den Teller zur Seite. „Und überhaupt hab ich darauf gar keinen Appetit. ‚Pommes Fritz’ mit Ketchup und Majo schmecken viel besser. Und gesünder sind die auch.“
Erstaunt blickt Papa auf. „Wer sagt das?“
„Du. Äpfel sind gesund, sagst du immer“, sagt Max und grinst. „Und Pommes sind Äpfel, weil ‚Pommes‘ auf Französisch ‚Äpfel‘ heißen. So hat sie König Fritz dann auch genannt.“
Nun grinst auch Papa. „Stimmt. Erdäpfel sind ähnlich vitaminreich wie Äpfel.“
„Eben.“ Max ist zufrieden. „So ein Erd-Pommes“, sagt er schnell, „schmeckt ja auch total lecker.“
Papa grinst noch mehr. „Dann“, meint er, „kannst du ja nun deine Pellkartoffeln mit Genuss aufessen, nicht?“
Max verzieht das Gesicht. „Ich …“
Papa aber lässt ihn nicht ausreden. „Kartoffeln sind Erdäpfel. Weil sie so gesund sind, hat man sie ‚Pommes de Terre‘, ‚Äpfel der Erde‘, genannt. Und Pommes frites sind nicht anderes als in Fett frittierte Kartoffelstäbchen. ‚Frites‘ ist nämlich auch französisch und heißt ‚fritiert‘.“
„Blöd.“ Max war sauer. Eigentlich hat er bei dieser Sache mit den Pommes längst so etwas Doofes bereits geahnt. Aber Felix‘ Geschichte klang netter. Da hat ihm Felix aber einen gemeinen Bären aufgebunden.
„Na warte!“, murmelt er und er beschließt, sich für Felix eine ganz fiese Wette auszudenken.

© Elke Bräunling


Kartoffeln – frisch geerntet aus dem Garten, Foto © Elke Bräunling

Die Geschichte ist hier mit vielen anderen Geschichten zu Apfel und Apfelbaum erschienen:

Aus „APFELFRAU“ wurde „APFELZAUBER“

ÜBERARBEITETE NEUAUFLAGE DES BUCHES „APFELFRAU“:
Geschichten, Gedichte und Lieder von Apfel und Apfelbaum rund ums Jahr

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

17. Oktober 2013 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Schulgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 1 Kommentar

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