Der kleine Bär und der Herbstlaubberg

Achtung! Da wohnt jemand unterm Herbstlaubberg. Der kleine Bär wundert sich ganz schön, als er beim Spielen eine Stimme aus dem Laub vernimmt

Es war ein kalter Spätherbsttag. Im Wald war es nebelig und trübe. Und trübe war auch die Laune des kleinen Bären. Er konnte nämlich keinen seiner Freunde zum Spielen finden. Einige von ihnen waren längst vor dem nahenden Winter in den Süden geflüchtet, andere hatten sich zum Winterschlaf verkrochen oder sie streiften auf Futtersuche durch den Wald.
„Winter ist doof“, meckerte der kleine Bär mit einem tiefen Bärenbrummen. „Und langweilig. Und dunkel. Und überhaupt …“
Er war so schlecht gelaunt, dass er voller Missmut in den hohen Haufen mit Herbstlaub sprang, den jemand unter der Eiche neben der alten Kapelle zusammengekehrt hatte. Wild trampelte er auf dem Laub herum und kickte es weit in alle Richtungen.
Huiii! Hoch wirbelten die bunten Blätter durch die Luft. Fast konnte man meinen, sie tanzten einen Wirbelwind-Rock ´n Roll.
Der kleine Bär lachte. Es machte Spaß, ihnen beim Wirbeln zuzusehen. Seine schlechte Laune hatte er – für heute – erst einmal vergessen.
„Huiii!“, rief er laut und ihm war, als sirrten die Blätter ein leises Hui-i-i-iiiii zurück.
„Was ist hier denn los?“, polterte plötzlich eine Stimme im Laubhaufen.
Sie klang sehr übellaunig, die Stimme. „Wer stört meine Winterruhe? Ein Unwetter? Ein Erdbeben? Oder, noch schlimmer, ein Mensch, der mich ärgern möchte? Ruhe!, sage ich. Ich will meinen wohl verdienten Schlaf haben.“
Erschrocken starrte der kleine Bär auf den Laubberg, der nun gar nicht mehr so hoch war wie zuvor.
„Ich bin’s nur“, rief er ein bisschen kleinlaut zurück. „Ich, der kleine Bär.“
„Und ich bin der große Igel“, knurrte die Stimme. Bekanntlich halten wir Igel in Herbstlaubhöhlen unseren Winterschlaf. Du hast mich geweckt, kleiner Bär!“
„D-d-das t-t-tut mir leid“, stammelte der kleine Bär.
„Mir auch“, brummelte der Igel, doch seine Stimme klang schon versöhnlicher, ja, fast so, als schmunzelte er dort unten in seiner Blätterhöhle.
„Ich bin gleich weg“, versprach der kleine Bär.
„Ich auch. Im Winterland nämlich“, sagte der Igel. „Dort treffe ich im Traum meine Kollegen.“
„Und im nächsten Frühling triffst du dann wieder mich. Ich werde hier auf dich warten. Einverstanden?“
Der Igel aber antwortete nicht mehr und der kleine Bär lief schnell zur Bärenhöhle zurück. Vom Winterland, nahm er sich vor, wollte er nun auch ein wenig träumen.

© Elke Bräunling

Eine kürzere Fassung dieser Geschichte findest du hier: Der kleine Bär und der Igel im Herbstlaub

kleiner bär in roten blättern
Bunt macht Spaaaaaaß ..

 
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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

21. Oktober 2013 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Herbstgeschichten, Naturgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 14 Kommentare

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