Der Engel mit den roten Zöpfen

Der Engel mit den roten Zöpfen - Elkes Kindergeschichten - Kindergeschichte Advent, Engel, Schlafen, Träumen, Traum von einem Engel

Der Engel mit den roten Zöpfen

Manchmal kommt nachts ein kleiner Engel und setzt sich auf dein Fensterbrett. Im Traum. Aber nicht nur da. Mia weiß das genau …

Als Mia in der Nacht aufwachte, saß ein Engel im halb geöffneten Fenster. Ein kleiner Engel mit einem frech-fröhlichen Grinsen, blinkenden Augen und zwei kleinen roten Zöpfen. Er trug ein weißes Gewand mit einem goldenen Stern auf der Brust.
Nein, das stimmte nicht ganz. Mia rieb sich die Augen. Ein weißes T-Shirt war es, das der Engel trug. Ein Shirt mit kleinen Goldflügeln. Und dazu Jeans. Zerschlissene Jeans mit Flicken an den Knien. Flicken aus Goldsternen, um es ganz genau zu sagen.
Mia erschrak. War dies schon wieder so ein seltsamer Traum? Seit einigen Tagen nämlich ging es ihr nicht so gut. Wegen Papa, der so oft so lange für seinen Chef unterwegs war und wegen Mama und ihren traurigen, geröteten Augen. Ja, und auch wegen dem verpatzten Diktat in der Schule und wegen David, der auf einmal viel lieber mit Jenni spielte. Alles Dinge, die Mia traurig machten und deretwegen sie nachts so seltsam träumte.
Und nun war da dieser Engel mit den roten Zöpfen. Ein bisschen sah er wie Pippi Langstrumpf aus.
Mia dachte an Pippi Langstrumpf, zu der goldene Sternchen und Flügel so gar nicht passen, und musste grinsen. Was für ein seltsamer Engel das war!
Auch der Engel grinste.
„Bist du ein Geist? Oder ein Märchenengel?“, fragte Mia endlich. „Und woher kommst du? Und was machst du hier? Und … ja, bist du ein Traum?“
Da kicherte der Engel und dieses Kichern lang laut und pfiffig und fröhlich und gar nicht nach einem Traum. Mia konnte nicht anders: Sie kicherte nun auch.
Und so saßen die beiden im dunklen, nur von der Straßenlaterne spärlich beleuchten Zimmer und kicherten. Und irgendwie fühlte sich Mia nun gar nicht mehr so unwohl und traurig. Irgendwie nämlich hatte sie auf einmal so ein ganz festes Gefühl, dass alles wieder gut werden würde.
„Danke“, sagte sie zu dem witzigen Engel mit den roten Zöpfen.
„Ist doch klar“, erwiderte der. „Ich bin schließlich zuständig für Wünsche, die man nicht kaufen kann. Doch nun muss ich weiter. Es war nett, sich mit dir zu unterhalten.“
„Aber wir haben doch noch gar nicht geredet“, sagt Mia schnell. „Bleib noch ein bisschen! Ich werde dir …“
Da aber war der kleine Engel schon verschwunden.
„Komm bald wieder!“, rief Mia auf die Straße hinaus. Dann schloss sie das Fenster und kuschelte sich wieder ins Bett.
In dieser Nacht hatte sie keinen ‚komischen’ Traum mehr, doch als sie aufwachte, saß eine Engelpuppe auf dem Fensterbrett. Ein Engel mit einem frech-fröhlichen Grinsen, blinkenden Augen und zwei kleinen roten Zöpfen.

© Elke Bräunling


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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

06. November 2013 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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