Das Eichhörnchen und der Hunger

Das Eichhörnchen und der Hunger

”Immer soll ich Vorrat sammeln!
Ich hab viel mehr Lust zum Gammeln”,
sprach das Eichhorn und verschlief
die Herbstzeit ruhig und fest und tief.

Die Kälte kam. Das Eichhorn fror.
”Oje”, sprach es. ”was geht hier vor.
Alles, was ich ringsum seh
ist weißer, kalter Glitzerschnee.

Kalt ist mir und leer ist auch
mein armer, dünner Hungerbauch.”
Es klopft bei seinen Freunden an,
fragt, ob es etwas haben kann

zum Essen und ´nen warmem Ort.
Doch alle schicken es nur fort.
Bloß der Ratte Adelheid
tut das arme Eichhorn leid.

Sie lädt es in ihr Nest mit ein
und sagt: „Ich bin nicht gern allein,
drum lasst uns doch Freunde sein,
und meine Vorräte sind dein.“

Das Eichhörnchen, das freut sich sehr
und denkt sich stumm: „Ich werd nie mehr
auf Tiere, die so anders sind,
herabsehn. Wer das tut, ist blind.“

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

18. November 2013 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergedichte, Naturgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 1 Kommentar

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