„Wilde“ Nikolauskerle sind unterwegs

Hast du Angst vorm Nikolaus? Er soll wild und grimmig sein, glauben die Freunde Max, Jan und Erik. Außerdem, heißt es, beschenkt er nur „artige“ Kinder. Hmmm…

Vieles haben Max, Jan und Erik vom Nikolaus gehört.
„Der Nikolaus“, sagt Max, „ist ein wilder Kerl. Vor dem muss man sich hüten.“ „Stimmt“, meint Jan. „Er hat ja auch eine Rute.“
„Verhaut er uns damit?“, fragt Erik.
Max zuckt die Achseln. „Papa sagt, die Rute ist für unartige Kinder. Die braven kriegen Geschenke.“
Die Freunde sehen sich an. Das mit den Geschenken können sie wohl vergessen, denn alle sagen, sie seien die schlimmsten Lausekerls im ganzen Wohnviertel.
„Blöder Nikolaus“, knurrt Jan.
„Mir macht die Rute keine Angst“, sagt Erik, und Max meint:
„Wenn wir keine Geschenke bekommen, müssen wir auch nicht artig sein.“
„Stimmt!“ Schon stecken die drei die Köpfe zusammen und hecken einen neuen Streich aus.
Am Nachmittag des Nikolaustages sausen auf einmal drei sehr grimmig blickende Nikoläuse mit dicken Ruten durch die Straße und brüllen:
„Huhu, wir sind wilde Nikolauskerle. Alle werden wir verhauen.“
Die Leute aber lachen nur und fürchten sich gar nicht. Was für eine Pleite! Bald haben Max, Jan und Erik keine Lust mehr, wilde Nikolauskerle zu sein. Übellaunig streichen sie durch den Park. Es dämmert schon. Richtig gespenstisch sehen die Bäume aus, wie sie ihre Äste in den Nebelhimmel tauchen. Die drei ´wilden´ Nikoläuse beeilen sich. Ein wenig unheimlich ist es ihnen hier schon.
Da knackt es und aus dem Dunkel nähert sich ihnen ein unheimlicher Fremder.
Die Freunde erschrecken.
„Wer i-i-ist d-das?“, stottert Max mit schlotternden Knien.
„S-s-sieht aus wie der Ni-ni-nikolaus“, zittert Jan.
„Au weia“, heult Erik.
Schnell verstecken sich die drei Freunde hinter einem Strauch.
Die Schritte kommen näher, und eine lustige Stimme sagt: „Oh, drei Nikoläuse! Wer seid ihr denn?“
Ängstlich starren Max, Erik und Jan den echten Nikolaus an, der breitbeinig mit weißem Bart, rotem Mantel und hohen Stiefeln vor ihnen steht und lacht.
„Ni-ni-ni …“, beginnt Erik, dann muss er so zittern, dass er nicht weiter reden kann.
„Ni-ni-ni …?“, fragt der Nikolaus verdutzt. „Fürchtet ihr euch vor mir?“
„Ha-ha-hast du eine Rute dabei?“, fragt Max kleinlaut.
Der Nikolaus lacht noch mehr. „Der Nikolaus braucht keine Rute. Wozu auch?“ Er steckt Jan, Max und Erik mit seinem Lachen an.
„Ja“, kichert Max, „wozu auch?“
„Eine Rute ist blöd“, sagt Erik schnell, und Jan meint: „Der Nikolaus ist doch kein wilder Kerl!“
Dann lachen alle, und vor lauter Lachen hätte der Nikolaus beinahe vergessen, warum er heute unterwegs ist.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

04. Dezember 2013 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | 10 Kommentare

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