Der Tag der lachenden Lebkuchen

Der Tag der lachenden Lebkuchen ist der Tag, an dem der Lebkuchengeist dafür sorgte, dass die Menschen trotz Stress und Hektik lächelten. Halt, die Lebkuchen waren es, die lachten

„Warum sind viele Menschen in der Weihnachtszeit so schlecht gelaunt?”, fragte sich der Lebkuchengeist eines Tages. “Das gefällt mir nicht. Nein, überhaupt nicht gefällt mir das.”
Und er machte eine nächtliche Runde durch alle Backstuben der Stadt. “Wir müssen etwas ändern”, sagte er zu den Lebkuchen und Pfefferkuchenmännern. “Die Weihnachtszeit soll eine frohe Zeit sein. Ich will, dass ihr ab sofort alle fröhlich lacht.”
“Wie soll das gehen?”, fragte eine Lebkuchenfrau. “Unser Bäcker ist so müde, dass er immer brummig guckt. Wie soll er uns da mit fröhlichen Lachgesichtern backen?”
“Keine Bange”, sagte der Lebkuchengeist, der immer grimmiger wurde. “Weihnachten soll kein muffiges Griesgramfest sein. Lasst mich nur machen.” Und er murmelte einige Zauberworte, die keiner verstehen konnte, und eilte weiter zur nächsten Bäckerei.
Viel zu tun hatte er in dieser Nacht, doch als die Leute am nächsten Tag in die Bäckerei kamen, lachten ihnen von Broten, Brötchen, Hefestückchen, Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen und Pfefferkuchenmännern nur fröhlich grinsende Gesichter entgegen. Lustig sah das aus, und die Leute kauften mit einem Lächeln im Gesicht die fröhlich lachenden Backwaren.
An diesem Tag blickten viel weniger Leute in der Stadt muffig drein. Ab und zu war sogar fröhliches Lachen zu hören. Am lautesten aber lachten die Lebkuchen und Pfefferkuchenmänner. Das aber konnte keiner hören – außer dem Lebkuchengeist natürlich.
© Elke Bräunling


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Information


Lebkuchen wurden von Mönchen erfunden

Sachtext

Wie viele Köstlichkeiten wurden auch Lebkuchen in den Klöstern erfunden. Man sagt, Mönche hätten lange experimentiert, um den Lebkuchenteig zusammen zu stellen. Lebkuchen enthalten nämlich teure exotische Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamon und Pfeffer. Früher waren diese Gewürze durch Reisende oder Missionare zuerst in Klöstern bekannt. Später gab es im Mittelalter die ‚Lebzeltler’ oder ‚Lebküchler’, die nichts anderes taten als Lebkuchenteig herzustellen. Das war eine schwere und anstrengende Arbeit. Honig wurde in dunkles Mehl eingerührt, der fertige Teig blieb dann viele Tage stehen und wurde erst weiter verarbeitet, wenn er gärte. Dann formte man ihn zu Figuren oder presste ihn in Holzmodel mit kunstvoll geschnitzten Bildern. Gebacken und mit Zuckerguss, Nüssen oder bunten Oblatenbildern verziert wurden die Lebkuchen dann von Bäckermeistern.
Und woher kommt der Name ‚Lebkuchen’? Es gibt zwei Theorien: die einen besagt, das Wort „Lebkuchen“ stamme aus dem mittelhochdeutschen Wort ‚libum’, und das heißt ‚Fladen’. Andere sagen, Lebkuchen hätten etwas mit dem ‚Leben’ zu tun, denn sie galten früher bei vielen Krankheiten als heilende Medizin. Na, so eine köstliche Medizin mag sicher jeder gerne leiden. Oder?
© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin
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