Ein Wunsch geht in Erfüllung

Ob es ihn doch gibt, den Weihnachtsmann? Darüber grübelt Jan nun aber doch wieder nach …

„Ich habe dem Weihnachtsmann einen Brief mit viele Wünschen geschrieben“, sagte Lukas zu Jan.
Der aber spottete nur: „Pah, den Weihnachtsmann gibt es nicht. Daran glauben nur die kleinen Kinder. Ich aber bin schon sieben!“
Am nächsten Tag fuhr Jan mit Mama in die Stadt. Viel war los dort. Die Straßen waren mit Lichterketten und Sternen geschmückt. Überall glitzerte es, und der Duft von Anisbonbons, Pfefferkuchen und Glühwein lag in der Luft. Vor einem Kaufhaus standen bunte Weihnachtsstände. Dort gab es gebrannte Mandeln, Waffeln, Paradiesäpfel, Zuckerwatte und andere Leckereien.
„Unser Geld ist zwar knapp. Trotzdem gönnen wir uns zwei Weihnachtswaffeln“, sagte Mama und stellte sich in die Warteschlange vor der Waffelbäckerbude.
Toll. Weihnachtswaffeln aß Jan für sein Leben gerne. Während er auf Mama wartete, sah er es plötzlich zwischen zwei Verkaufständen rot aufblitzten. Es war ein Weihnachtsmann mit einem prall gefüllten Geschenkesack.
Vielleicht gibt es den Weihnachtsmann ja doch, überlegte Jan. Dann könnte ich ihm von meinem Wunsch erzählen. Er zögerte, dann ging er langsam zu dem Weihnachtsmann hinüber. Freundlich sah der Weihnachtsmann ihn an. Jan hustete. Sein Hals war vor Aufregung wie zugeschnürt. Dann aber sah er zu dem Weihnachtsmann auf und sagte:
„Ich habe keinen Wunschzettel geschrieben. Aber darf ich dir meinen größten Wunsch sagen?“
„Natürlich“, erwiderte der Weihnachtsmann freundlich.
„Ich wünsche mir, dass Papa wieder Arbeit findet und das sich meine Eltern nicht mehr so oft wegen dem Geldsparen streiten“, sagte Jan.
Der Weihnachtsmann lächelte. „Du bist ein besonderer kleiner Junge. Andere Kinder wünschen sich Puppenhäuser, Autos und Computerspiele. Du denkst an deine Eltern. Das gefällt mir. Und es freut mich sehr.“
„Kannst du mir diesen Wunsch denn erfüllen?“, fragte Jan leise.
„Das ist nicht einfach“, murmelte der Weihnachtsmann.
Bittend sah Jan ihn an. „Versuche es, bitte!“ Er hörte, wie Mama nach ihm rief. Er winkte dem Weihnachtsmann noch einmal zu und rannte zu Mama zurück.
Als sie später nach Hause kamen, erwartete Papa sie schon an der Wohnungstür. Lachend nahm er Jan und Mama in den Arm und rief: „Stellt euch vor! Heute habe ich endlich eine Arbeit gefunden.“
„Juchhu! Es hat geklappt!“ Jan freute sich wie ein Schneekönig. Es gibt ihn also doch, den echten Weihnachtsmann, dachte er voller Glück. Er ging in sein Zimmer und schrieb einen Brief, den er am Abend aufs Fensterbrett legen wollte. Darin stand in Großbuchstaben: DANKE, WEIHNACHTSMANN. DAS WAR DAS ALLERSCHÖNSTE GESCHENK AUF DER WELT! DEIN JAN.

© Elke Bräunling

Die kurze Fassung dieser Geschichte findest du hier: Als Jan den Weihnachtsmann traf

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

14. Dezember 2013 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | 1 Kommentar

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