Anna und die Silvester-Schneesuche

Noch in diesem Jahr würde Anna Schnee sehen, hat Papa versprochen. Doch der Schnee kommt und kommt nicht und der letzte Tag des Jahres bricht an.

Papa hat Anna versprochen, dass sie in diesem Jahr noch Schnee sehen würde. Doch es schneit seit Wochen nicht. Auch am letzten Tag des Jahres liegt kein Schnee und Papa schaut nervös aufs Barometer.
„Du hast mir Schnee noch in diesem Jahr versprochen“, sagt Anna.
Papa nickt. „Ich sehe Schneewolken am Himmel“, tröstet er.
„Und wo ist der Schnee?“ Anna bleibt hartnäckig. Papa hat es schließlich versprochen.
Papa seufzt. „Also gut“, sagt er. „Gehen wir auf Schneesuche!“
Das lassen sich Anna und Mama nicht zweimal sagen und wenig später sitzen sie mit gespannten Mienen im Auto.
„Und wohin geht die Fahrt?“, fragt Mama.
„Lasst euch überraschen!“ Papa fährt los. Doch unterwegs glauben Mama und Anna immer mehr, dass Papa selbst auf eine Überraschung hofft.
„Meinst ihr, ein Besuch bei den Eisbären im Zoo könnte euch winterfroh stimmen?“, fragt er.
„Liegt dort echter Schnee?“, entgegnet Anna.
Papa seufzt. „Und was hältst du von der Eisbahn? Wir könnten uns Schlittschuhe leihen und übers Eis tanzen.“
„Eis ist kein Schnee!“ Anna bleibt unbarmherzig, und Papa seufzt wieder.
“Dann gibt es nur noch eine Hoffnung.“ Er fährt auf die Autobahn, die aus der Ebene in die Berge führt. Aber auch dort liegt kein Schnee.
Papa deutet auf einen hohen Berg mit einer Burgruine. „Mit ein wenig Glück finden wir vielleicht dort oben ein wenig Schnee.“
„Dort oben?“, fragt Anna entsetzt.
Papa nickt und Mama nickt, und so folgt Anna wenig später unlustig ihren Eltern bei der Wanderung auf den Berg. Der Weg ist steil, und Anna ist ganz schön außer Puste, als sie endlich die Ruine erreicht haben. Aber das stört sie nicht. Papa hat nämlich Recht gehabt. Hier oben liegt eine dünne, zarte Schneedecke.
„Versprochen ist versprochen“, sagt Papa und lacht.
„Stimmt“, lacht auch Anna. „Aber nun müssen wir uns beeilen, sonst sind wir nicht rechtzeitig zum Silvesterfeiern zu Hause. Es ist schon ein bisschen dunkel.“
Stimmt. Es ist auf einmal wolkendunkel geworden, und auf ihrem Weg zurück zum Auto fängt es heftig an zu schneien.
„Es schneit!“, ruft Anna und klatscht vor Freude in die Hände. „Juchhu!“
„Au weh“, sagt Papa. „Das wird eine schlimme Rückfahrt werden.“
Und das wird es auch. Im Nu sind die Straßen zugeschneit und die Autobahn verstopft. Lange stehen sie im Stau und warten, und Anna ist nach diesem langen Tag so müde, dass sie einschläft. Sie schläft während der Heimfahrt und als Papa sie ins Haus trägt, auch das Abendessen und den Silvesterabend verschläft sie. Sogar vom Feuerwerk um Mitternacht kriegt sie nichts mit. Doch das ist nicht schlimm. Hauptsache, der Schnee ist gekommen.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:

Taschenbuch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte von Weihnachten: Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsmärchen
Ebook:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte von Weihnachten

Information

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

28. Dezember 2013 von Elke
Kategorien: Weihnachtsgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 7 Kommentare

Kommentare (7)

  1. Guten Morgen,
    Dake für die schöne Geschichte, einen schönen Tag
    Jeanny Friederich-Schmit

  2. Danke
    🙂
    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir
    Lieber Gruß
    Elke

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