Revolverheld ´Pit-the-Kid´

sheriff-cowboy
Pit, the Kid, der große Held, gemalt von Sonja Mengkowski

Brauchen echte Helden eine Waffe? Und was ist ein Revolverheld ohne Revolver, ein Gespenst ohne … Stelzen? Stelzen? Wozu ein gruseliges Geistergespenst die benötigt, erfährst du in dieser Geschichte

Neulich hat Pit einen Western gesehen mit einem super mutigen Westernhelden.
”Der heißt ´Billi-the-Kid´”, erzählt Pit seinen Eltern, „und an Fasching will ich genau wie der sein.“
”Aber ohne Revolver”, sagt Mama.
”Echte Helden brauchen keine Waffen“, fügt Papa hinzu. ”Die lösen ihre Probleme mit einem klugen Köpfchen.”
”Ohne Revolver”, mault Pit, ”bin ich kein Westernheld.“
”Dann zeige, ob du ein kluges Köpfchen hast!“, grinst Papa.
Pah! Dann eben nicht! Weil Pit aber ein kluges Köpfchen hat, geht er zu Oma und Opa, und die schenken ihm zwei tolle Silberknarren und einen Revolvergürtel.
Pit freut sich riesig. Den ganzen Tag läuft er als Cowboy herum und prahlt:
„Ich bin ´Pit-the-Kid´ und werde alle Feinde in die Flucht ballern!“
„Haben wir denn Krieg?“, brüllt Papa und schickt Cowboyheld ´Pit-the-Kid´ auf die Straße, wo andere Cowboys, Indianer und Piraten miteinander kämpfen und so einen Höllenlärm veranstalten, dass es in der ganzen Straße knallt und ballert und dröhnt. Am lautesten schreit Pit:
”Ich bin der größte Held auf der Welt!”
Papa stöhnt wieder. Dann aber grinst er und verschwindet im Keller, wo er sehr geheimnisvoll tut.
Es dämmert schon und draußen wird die Schlacht zwischen Cowboys, Indianern und Piraten immer lauter. Gerade, als es am schönsten ist und Pit mit seinen Leuten die Indianer an Gartenzäune fesselt, raschelt es im Gebüsch und ein riesiges weißes Monstergespenst taucht aus dem Dunkel auf. Heulend und ein wenig ungelenk wankt es auf die mutige Heldenbande zu.
„Iiihhh“, heulen die Cowboys, Indianer und Piraten. „Hi-i-ilfe!“
Und schnell machen sie, dass sie davonkommen.
Cowboyheld Pit aber steht da, die Revolver gezückt, und stiert das Monster an. Dann lässt er seine Waffen fallen und will auch weglaufen.
”Wwwoo-hooo ist dein kluges Köpfchen, ´Pit-the-Kid´?“, heult da das Gespenst. ”Oder fürchtest du dich vor mir?“
”Fürchten? Das mag Pit nicht hören und weil das Gespenst wirklich sehr wackelig auf den Beinen steht, ruft er mit zittriger Stimme: ”Fang mich doch, du blöder, weißer Riesenkerl!”
Da muss der blöde, weiße Riesenkerl lachen. Weil er aber so heftig lacht, kann er sich nicht mehr auf den Beinen halten und fällt ins Gebüsch.
”Au, auaa!“, heult er und Pit muss nun auch lachen. Dieses ”Au, auaa!“ klingt nämlich sehr nach Papa, der immer genau so jammert, wenn er beim Stelzenlaufen hinfällt.
Grinsend baut sich Pit vor dem klagenden Monster auf und sagt:
”Mit ein bisschen mehr Köpfchen wäre dir das nicht passiert. Wer ist auch schon so doof und lacht, wenn er auf Stelzen steht?”
Dann bückt sich ´Pit-the-Kid´, steckt die Knarren in die Revolvertaschen zurück und schlendert breitbeinig über die Straße heimwärts.
© Elke Bräunling


Diese Geschichte findet Ihr in dem neuen Buch: Da wird der Mut ganz groß



Taschenbuch:Da wird der Mut ganz groß: Mutgeschichten für Kinder
Ebook:Da wird der Mut ganz groß


Information

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

05. Februar 2014 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Mutgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | 6 Kommentare

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