Der kleine Bär und der Frühlingsbote

Eines Tages im frühen Frühling traf der kleine Bär einen seltsamen ‚Vogel‘. Nein, es war wirklich ein Vogel und der machte Klapp! Klapp! und nannte sich ‚Frühlingsbote‘

An diesem Morgen roch es, irgendwie, zum ersten Mal nach Frühling. Endlich! Die ersten Sonnenstrahlen hatten schon früh am Morgen die Bäume, Büsche, Blumen und Gräser zuerst rosa angemalt und nun in ein sattes helles Sonnenlicht getaucht. Schön sah das aus.
Der kleine Bär staunte. Schon früh war er heute unterwegs. Langsam stieg die Sonne nun himmelwärts. Sie wärmte das vom Tau noch feuchte Fell des kleinen Bären.
„Schööön“, sagte der kleine Bär. Ein Sonnenstrahl hatte sich auf seine Nase gesetzt. Er fühlte sich warm an.
„Danke“, rief der kleine Bär und winkte der Sonne zu. „Endlich bringst du uns den Frühling. Oh, wie ich mich freue!“
„Ich auch! Ich freue mich auch!“, ertönte da eine Stimme. „Und deshalb bin ich soeben von meiner Reise aus dem Süden zurückgekehrt.“
Der kleine Bär erschrak. Wer war es, der sich auch so sehr über diesen ersten warmen Frühlingsmorgen freute?
Suchend blickte er sich um, drehte sich ein paar Male um die eigene Achse, doch er konnte niemanden entdecken. Nur ein zitronengelber Schmetterling umkreiste seine Nase und flatterte dann weiter über die Wiese zu den blühenden Schlehenbüschen hinüber. Es sah aus, als tanzte er ein Frühlingstänzchen in der Luft.
„Hier bin ich. Klapp! Klapp!“ Von ganz nahe klang die Stimme nun, begleitet von lautem Geklapper. „Neben den Weiden.“
„Ach, dort steckst du?“ Neugierig linste der kleine Bär hinter die Büsche.
Ein Vogel stand da und klapperte laut mit dem langen Schnabel. Klapp! Klapp! Klapp! So einen großen, weißen Vogel mit schwarzen Flügelfedern, langen rosaroten Beinen und einem fröhlich klappernden Schnabel hatte der kleine Bär noch nie gesehen.
„Klapp! Klapp!“, antwortete der seltsame Fremde. „Hier bin ich gelandet. Das Futter war knapp.“ Er blickte hinüber zum Bach. „Sag, finde ich hier genügend Frösche und Schnecken und Regenwürmer? Ich bin sehr hungrig.“
Der kleine Bär schüttelte sich. Frösche, Schnecken, Regenwürmer? Nie würde er darauf Appetit haben.
„Du bist schon ein komischer Vogel“, kicherte er.
„Ein Frühlingsbote bin ich, sagen die Menschen. Wir Störche nämlich künden den Frühling an. Klapp! Klapp!“
Das hörte der kleine Bär gerne.
„Gut, dass du endlich da bist, du Frühlingskerl“, rief er. „Wir warten schon lange auf dich.“ Er streckte die Arme den warmen Sonnenstrahlen entgegen. „Und es stimmt. Du hast ihn mitgebracht, den Frühling. Danke!

© Elke Bräunling

Frühlingsgeschichten mit dem kleinen Bären findest du hier:
Der kleine Bär und die Frühlingssuche
Der kleine Bär und der Frühlingsbote
Der kleine Bär und der langweilige Frühlingstag
Der kleine Bär und der Frühlingsblumenstrauß
Der kleine Bär und das hässliche Raupending
Viel Spaß damit!
🙂

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

25. Februar 2014 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Naturgeschichten, Tiergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 9 Kommentare

Kommentare (9)

  1. Danke, mir gehts wie dem kleinen Bär,
    Jeanny

  2. oh, mir auch … ein lieber gruß zu dir
    elke

  3. Diese Geschichte paßt prima zum Projekt Storch

  4. Das freut mich. Kennst du jene Webcams, die Storchennester zeigen? Ich liebe sie und ich besuche sie oft, hoffe natürlich, dass diese Geräte die Störche nicht stören.
    Lieber Gruß
    Elke

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