Zwei Kaninchen für Leo und Marie

Kaninchen haben sich Leo und Marie gewünscht … doch es ist nicht so einfach, eigene Tiere zu haben

Ein Kaninchen hat Leo zu Ostern bekommen. Nein, eigentlich sind es zwei. Ein schwarzes und ein weißes mit einem schwarzen Fleck auf der Stirn. Das schwarze gehört Leo, das weiße seiner kleinen Schwester Marie. Otto und Emil, so haben Leo und Marie die beiden Kaninchen getauft, wohnen nun draußen auf der Terrasse in einem Kaninchenhaus, das Papa gebaut hat.
Leo und Marie sind begeistert. So lange schon haben sie sich ein eigenes Tier zum Liebhaben und Kuscheln und zum Spielen gewünscht. Und sie haben ihre beiden neuen Freunde schon jetzt sehr lieb. Glücklich knien sie vor dem Kaninchenhaus und sehen ihnen dabei zu, wie sie Löwenzahn und Salatblätter futtern. Eigentlich essen die beiden in einem fort und das sieht sehr niedlich aus.
„Bestimmt haben Otto und Emil uns auch ganz toll lieb!“, sagt Leo zu Marie.
Marie nickt, schaut den beiden Kaninchen noch eine Weile beim Kauen zu, dann geht sie ins Haus zu Mama.
„Ihr dürft ihr nicht böse sein“, tröstet Leo Otto und Emil. „Sie ist noch viel zu klein für ein eigenes Kaninchen. Aber ihr habt ja mich!“ Und fast ein bisschen verliebt sieht Leo den beiden Tieren beim Essen zu.
Nach einer Stunde oder so knabbern Otto und Emil noch immer an den grünen Blättern.
„Hey“, sagt Leo, „wollt ihr denn gar nicht miteinander – und mit mir – spielen? Immer nur essen ist doch langweilig!“
Die beiden Kaninchen strecken Leo ihre Hinterteile zu – und knabbern weiter.“
„Doof seid ihr“, mault Leo. Er geht zur Tür. „Mama! Mir ist langweilig. Otto und Emil wollen nicht mit mir spielen.“
Aber Mama sagt nur: „Lass ihnen Zeit!“
Zeit? Leo hat jetzt Ferien und er will jetzt spielen. Deshalb geht er zu seinen Freunden zur Fußballwiese – und als er später nach Hause kommt, schlafen Otto und Emil und sind mit nichts mehr aus ihrem Kaninchenhaus zu locken.
Leo ist enttäuscht.
Mama aber sagt : „Morgen ist auch noch ein Tag, und darauf freut Leo sich nun.“
Am nächsten Morgen läuft er gleich nach dem Aufwachen noch im Pyjama auf die Terrasse zu Otto und Emil. Er hat nämlich geträumt, die beiden seien Zauberhasen und hätten in der Nacht wie der Osterhase leckere Schokoeier in den Garten gezaubert.
Otto und Emil, die keine Zauberhasen, sondern hungrige Kaninchen sind, sitzen vor ihrem Kaninchenhaus und … essen. Löwenzahn und Salatblätter.
Leo denkt an seinen Traum. „Vielleicht verwandelt ihr euch erst in Zauberhasen, wenn ihr nicht mehr gefangen seid?“, überlegt er. Er zögert einen Moment, dann öffnet er das Türchen zum Kaninchenhaus, und schnell wuseln Otto und Emil in den Garten hinaus.
„Aber vergesst das Zaubern nicht!“, ruft Leo hinter ihnen her. Dann geht er ins Haus zurück und sagt Mama und Papa, die eigentlich heute ausschlafen wollen, Bescheid. Schließlich müssen Otto und Emil ungestört sein, um richtig zaubern zu können.
Dass Mama und Papa aber gleich aufgeregt in Nachthemd und Pyjama in den Garten sausen und rufend und schimpfend hinter Otto und Emil herjagen, das, ja, das wundert Leo dann aber doch sehr. Es sieht ja auch zu komisch aus …

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

31. März 2014 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Frühlingsgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Wir wünschen den Kanichen bei Leo und Marie viel Glück
    Jeanny

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