Vom närrischen Monat April

Warum der April von den Menschen ’närrischer Monat‘ genannt wird

Der April war sauer. „Keiner nimmt mich ernst“, schmollte er. „Meine Monatskollegen nicht und nicht das Wetter. Ja, selbst die Menschen rümpfen über mich die Nase. ‚Aprilnarr‘ rufen die Kinder mir zu und dann lachen sie. Und wie sie lachen!“
Er starrte von seiner Aprilwetterwolke aufs Land hinunter und sah, wie Kinder mit mürrischen Mienen durch Regenpfützen stapften. Er beobachtete Mütter und Väter, die im Sonnenschein Garten- und Balkonmöbel aufstellten und die Wäsche auf zum Trocknen aufhängten und er sah auch, wie sie beim nächsten Aprilregenschauer alles wieder schnell wegräumten und fluchend damit in ihren Häusern verschwanden. Er sah Gärtner und Landwirte, die in Gartenbeeten und auf Feldern in Schnee- und Eisregen standen und ihm ihre drohenden Fäuste entgegen streckten. Und er hörte Autofahrer über glatte Straßen schimpfen.
Laut hörte er die Menschen klagen: „Hoffentlich kommt bald der schöne Monat Mai mit seinem herrlich warmen Sonnenwetter. Er soll den April, diesen Narren, schnell ablösen!“
Die Kinder sangen sogar Schmählieder: „April, April, der weiß nicht, was er will. Mal Regen und mal Sonnenschein, dann hagelt’s wieder zwischendrein …“ Dann lachten sie. Laut und dröhnend.
Der April hielt sich die Ohren zu. Die Augen schloss er auch gleich. Er mochte sich nicht mehr grämen und schämen. Traurig wollte er auch nicht sein und ‚Narr‘ wollte er schon gar nicht genannt werden. Narr? Was fiel diesen spottenden und schimpfenden Menschen eigentlich ein? War nicht er es, der mit Sonne, Wind und Regendonner dafür sorgte, dass die Natur erwachte, dass die Tiere ihre Winterverstecke verließen und die Blüten und Blätter sich aus ihren Knospen schälten? Sie brauchten doch die Natur, diese Menschen. Schließlich holten sie aus ihr ihre Nahrung!
„Undankbares Volk!“, schimpfte er, und vor lauter Schimpfen vergaß er seinen Kummer. „Euch werde ich’s zeigen! Nun sollt ihr einmal erleben, wie ’närrisches Wetter‘ wirklich aussieht. Schnell rief er seine Wettergeister herbei und dann legten sie gemeinsam los. Heftig, wütend und auch ein bisschen schadenfroh – und wie dieses Aprilwetter aussah, na, das könnt ihr euch denken.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

01. April 2014 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 13 Kommentare

Kommentare (13)

  1. Wir hoffen auf gutes Wetter,
    Jeanny

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