Der „Oster“-Hund

Bärli ist ein „Oster“-Hund, na ja, eher ein Osternester-Räuber

Am Ostersonntag begrüßte Papa Lena, Tim und Tommi mit einem breiten, zufriedenen Lächeln. „Der Osterhase war da“, verkündete er mit geheimnisvoller Stimme.
„Der Osterhase?“ Zweifelnd sah Lena Papa an. „Den gibt es nicht“, sagte sie.
Tim nickte. „Stimmt! Das haben Alex und Lisa gestern auch gesagt.“
„Schad!“, meinte Tommi. „Ich hätte gerne Ostereier im Garten gesucht.“
„Papperlapapp! Den Osterhasen gibt es wohl. Ich habe ihn doch vorhin selbst gesehen! Na, seid ihr nicht neugierig?“
Skeptisch äugten Lena, Tim und Tommi zu Papa hinüber, der es vor Ungeduld fast nicht mehr auszuhalten schien.
„Wir können ja mal nachsehen“, meinte Tim.
„Zuerst“, rief Mama aufgeregt, „müsst ihr Bärli suchen! Dieser freche Streuner ist mir vorhin wieder einmal entwischt.“
Bärli war weg? O je. Sofort machten sich Lena, Tim und Tommi auf die Suche nach dem Hund. Überall in der Nachbarschaft suchten sie, aber ihr geliebtes Bärli fanden sie nicht.
Was nun? Traurig sahen sich die Kinder an. Bärli war ihnen doch viel wichtiger als Ostern, Weihnachten und alle Geburtstage zusammen! Wo aber konnte er bloß stecken?
„Vielleicht liegt er im Garten und schläft?“, meinte Lena.
Stimmt. Im Garten hatten sie noch nicht nachgesehen. Suchend eilten die Geschwister mit Papa im Schlepptau durch den Garten, aber auch hier war keine Spur von Bärli zu sehen.
Nur Papa war auf einmal sehr aufgeregt. „Wo sind denn meine Osternester?“, rief er entsetzt. „Verschwunden sind sie!“
Ganz blass war Papa geworden.
Die Geschwister sahen sich wissend an. „Bärli!!!“, sagte Lena und grinste! „Ich glaube, ich weiß, wo er steckt.“
Und während Papa wie aufgescheucht durch den Garten sauste und unter Büschen, Blumenbüscheln und Grashalmen seine Osternester suchte, machten sich die drei auf den Weg zu Bärlis Geheimhöhle unter der Kellertreppe.
„Wetten, dass er dort liegt und pennt?“, grinste Tim.
„Und wetten, dass er Papas Osternester ausgeräubert hat?“, kicherte Lena. „Hoffentlich geht es ihm gut“, seufzte Tommi.
Und wirklich, mit verschmiertem Schokoladenmaul lag Bärli inmitten von Osternesterstroh, zerfetzten Osterhasen, Glitzerpapierresten und bunten Ostereiern in seiner Höhle und schlief.
Wie mussten Lena, Tim und Tommi da lachen!
„Ostereierdieb!“, riefen sie und lachten und lachten.
Papa aber fand die Sache mit Bärlis Raubzug im Garten gar nicht lustig. „Bärliii!!!“, brüllte er. „Du Schlingel hast alle Osternester geplündert? Pfui! Böser Hund!“
„Hihi, Bärli ist ein Osterhund“, kicherte Lena. „Er hat die Ostereier und Osterhasen geklaut.“
„Aber er hat sie nicht alle aufgefressen“, sagte Tommi.
„Seht, wie ordentlich er ist“, tröstete Tim. „Alles, was er im Garten gefunden hat, hat er fein in seine Höhle getragen. Toller Hund!“
„Ja, toller Hund!“, giftete Papa, doch als Bärli ihn mit großen Augen treuherzig anblickte, konnte auch er sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Dann gibt es dieses Jahr eben keine Osternaschereien“, sagte er mit einem versöhnlichen Lächeln.
„Hauptsache, Bärli ist wieder da!“, riefen Lena, Tim und Tommi wie aus einem Mund, und sie nahmen ihren tollen, ordentlichen „Oster“-Hund ganz fest in die Arme.
© Elke Bräunling

Aus dem Buch:

Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
Ebook:Eine Geschichte für Dich: Ostern

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Elke Bräunling, Kinderbuchautorin
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