Schlechtwetterlaunen

Schlechtes Wetter und schlechte Laune? Ein „graues“ Gefühl? Letzteres muss nicht sein.

Anna blickt aus dem Fenster ihres Zimmers. Wann hört es nur endlich auf zu regnen? Sie seufzt und setzt sich traurig auf ihr Bett. Es ist Sonntag, und eigentlich war ein Ausflug in den Zoo mit Papa, Mama und ihrem Bruder Max geplant. Die Ziegen und Schafe dort im Zwergenzoo haben nämlich Lämmer bekommen, und die will Anna gerne mit ihrer neuen Kamera fotografieren. Anna hatte vor lauter Vorfreude gar nicht richtig schlafen können. Und nun ist draußen solch ein gemeines Wetter! Gestern war doch noch ein schöner, warmer Frühlingssonnentag gewesen!
„Blöder April!“, mault Anna. „Man kann sich nicht auf ihn verlassen. Immer bringt er das falsche Wetter!“
Anna ist jetzt genauso grau gelaunt wie das Wetter draußen.
Und immer, wenn sie „grau“ gelaunt ist, fängt sie an zu dichten, ja, und eine Melodie erfindet sie auch gleich dazu. Und das klingt dann so:
„Wohin ich auch schau. Der Himmel ist grau. Die Wolken so dicht hat der Morgen kaum Licht. Hey, Sonne, komm her! Ich warte so sehr. Trala la la la. Tra la la la la.“
Laut singt Anna und lauter, so, als wolle sie die Sonne hinter den Wolken aufwecken. Sie weckt aber nur Papa auf. Verschlafen steht der nämlich im Pyjama vor Annas Bett.
„Hey, Langschläferin! Du bist aber früh wach heute?“, sagt er. „Und wie fröhlich gelaunt du bist! Das gefällt mir. Es macht den Sonntag viel heller. Ich freue mich, wenn du singst.“
Gut gelaunt und heller Sonntag? Anna schüttelt den Kopf. Sie will nicht gut gelaunt sein. Nicht an diesem tristen Aprilwettertag und schon dreimal nicht wegen des verpatzten Zoobesuchs. Und gleich macht sie wieder ein trauriges, griesgrämiges Gesicht.
„Gar nicht gut gelaunt bin ich“, mault sie. „Nicht bei diesem doofen Aprilwetter.“
„Aprilwetter?“, fragt Papa. „Das sehe ich nur auf deinem Gesicht. Einmal hell und fröhlich und einmal grau und misslaunig.“ Er lacht. „Ein Aprilwettergesicht hast du du heute. Einmal hell, einmal dunkel. Hoho.“
„Es ist ja auch ein blödes Aprilwetter“, trotzt Anna. „Es regnet. Dabei wollten wir in den Zoo gehen! April ist echt blöde!“ Mürrisch deutet Anna mit dem Kopf zum Fenster.
„Na und?“, fragt Papa. „Was interessiert uns das Wetter? Los! Zieh dich warm an. Vergiss auch die Gummistiefel nicht!“
Annas Gesicht hellt sich auf. „Gehen wir trotzdem in den Zoo?“ Fragend blickt sie ihren Vater an.
Der zwinkert ihr zu. „Aber ja! Es gibt kein schlechtes Wetter und auch kein Schlechtwettergesicht. Es gibt nur falsche Kleidung und falsche trübe Gedanken.“
© Elke Bräunling

In einer etwas kürzeren Fassung findest du diese Geschichte hier: Aprilwetterlaunen. Hier ist es ein Junge, Anton, der sich über das Wetter ärgert

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

09. April 2014 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Naturgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 3 Kommentare

Kommentare (3)

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