Ein Abenteuer für die Blumenelfe Julika

Einmal traf die Blumenelfe Julika einen Zitronenfalter. Übermütig tanzte sie mit ihm über die Wiese, weit und weiter in die Frühlingswelt hinein … und auf einmal hatte sie sich verirrt. Was nun?

Seltsames passierte auf der großen Narzissenwiese. Die leuchtend gelben Blütenblätter der besonders hell leuchtenden Narzisse direkt neben der großen Birke verwandelten sich in ein weiches, fließendes Stoffkleidchen, und plötzlich stand eine kleine gelbe Elfe mit feinen, durchsichtigen Flügeln und einem grünen Blätterkranz im Haar auf der Wiese. Es war die Blumenelfe Julika.
Die Blumen und Tiere auf der Wiese staunten. Julika aber klatschte in die Hände, winkte und flog federleicht wie ein Schmetterling los, besuchte hier eine Blume, machte dort auf einer Blüte Halt und freute sich. Unterwegs begegnete sie einem gelben Zitronenfalter.
„Hallo!“, rief sie übermütig. „Hast du Lust auf ein Spielchen?“
„Aber ja! Aber immer!“, flisperte der gelbe Falter, und schon begann der Tanz durch die Luft. Von Blüte zu Blüte sausten die beiden über die Wiese. Hui, was für ein Spaß! Julika lachte übermütig. Weit klang ihr glockenhelles Lachen über die Wiese.
Doch was war das? Die Blumen reckten neugierig die Köpfe? Julikas Lachen wurde leiser und leiser, bis es ganz verstummte. Der Zitronenfalter konnte nämlich viel schneller fliegen als die kleine Elfe, und ehe sich Julika versah, schwebte sie alleine durch den dichten Wald. Der Falter aber war verschwunden.
Erschöpft setzte sich Julika ins Moos und sah sich um.
„Oje!“, flüsterte sie. „Wo bin ich nur?“ Erst jetzt merkte sie, dass sie sich weit von ihrer Wiese entfernt und verirt hatte.
„Wie komme ich bloß wieder nach Hause?“, fragte sie hilflos, doch das Moos wusste darauf keine Antwort. Da weinte Julika dicke Tränen. Sie fühlte sich so alleine ohne die Blumen auf ihrer Heimatwiese. Außerdem hatte sie nicht mehr viel Zeit. Noch vor der Dämmerung musste sie sich wieder in die Narzisse zurückverwandeln. Was tun?
„Wer ist denn hier so traurig?“, fragte plötzlich ein dünnes Stimmchen. Es war eine kleine Maus, die im Wald auf Futtersuche unterwegs war und Julikas leises Weinen gehört hatte.
„Ich bin die Elfe Julika und habe mich verirrt. Nun finde ich den Weg zu meiner Wiese nicht mehr“, schluchzte Julika.
„Verirrt? Soso!“ Die Maus dachte nach. „Nun weine mal nicht. Ich werde dir helfen“, sagte sie so freundlich. „Übrigens, ich heiße Frieda,“ stellte sich die Maus vor. Dann stemmte sie sich auf ihre Hinterbeine und begann laut zu fiepen. Sogleich waren Julika und Frieda von vielen kleinen Mäusen umringt.
Frieda krabbelte mit Julika auf einen dicken Ast und rief: „Hört! Diese kleine Blumenelfe hat sich in unserem Wald verirrt. Wir wollen ihr helfen, den Weg nach Hause zurückzufinden. Schwärmt aus und haltet Umschau nach der großen Narzissenwiese. Dort ist Julikas Zuhause. Aber beeilt euch! Die Zeit eilt.“
Sogleich flitzten die kleinen Mäuschen los, und es dauerte nicht lange, bis die ersten zurückkamen mit der frohe Nachricht, dass sie den Weg zur großen Narzissenwiese ausfindig gemacht hatten.
„Danke!“, sagte Julika und drückte dicke Küsse auf die Backen der Mäuse. Dann setzte sie sich auf Friedas Rücken, denn zum Fliegen war sie nach diesem Abenteuer viel zu müde. Gefolgt von den Mäusen kehrte Julika so wieder auf ihre Wiese zurück – ja, und wenig später stand neben der Birke wieder eine besonders hell leuchtende Narzisse, an deren Kelch ein kleiner, grüner Blätterkranz hing.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

22. April 2014 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Märchen, Naturgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 1 Kommentar

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