Vorsicht! Diebe!

Wer hat Oma Meiers Ring gestohlen? Die Nachbarkinder machen sich auf die Suche nach dem Dieb, der ein ganz besonderer ist

„Mein Ring ist verschwunden. Jemand hat meinen Ring gestohlen!“, ruft Oma Meier aufgeregt. „Zu Hilfe! Diebe! Einbrecher sind unterwegs.“
„Diebe? Einbrecher? In dieser friedlichen Straße?“ Die Nachbarn sind entsetzt.
„Ja“, bestätigt Oma Meier. „Der Ring lag auf dem Küchentisch.“ Sie schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Warum war ich bloß so leichtsinnig und habe das Fenster nicht geschlossen, als ich mich zu einem Nickerchen ins Wohnzimmer setzte? Oh, das werde ich mir nie verzeihen. Dieser Ring ist ein altes Erbstück.“
„Er war es“, meinte Tom und nahm seine Freunde zur Seite. „Was haltet ihr davon, wenn wir wie richtige Detektive den Fall klären?“, flüsterte er ihnen zu.
„Wie soll das gehen? Wir sind doch nicht die Polizei“, meinte Katja.
„Außerdem sind wir bloß Kinder“, fügte Pit hinzu.
„Aber wir sind schlaue Kinder“, stellte Marie richtig. „Bestimmt werden wir den Dieb finden. Mit Köpfchen nämlich.“
„Und was sagt dein Köpfchen gerade?“, fragte Tom, der noch keine rechte Idee hatte, wo man mit dem Suchen beginnen könnte.
Marie blickte zu Oma Meiers Küchenfenster hinauf. „Es ist hoch, das Fenster“, sagte sie. „Man braucht eine Leiter, um von hier in die Küche zu gelangen.“
„Stimmt.“ Katja nickte. „Und auf dem Boden vor dem Fenster müsste man Spuren von der Leiter und von den Schuhen des Diebes sehen.“
Prüfend spähten die vier Detektive auf das Kräuterbeet vor Oma Meiers Fenster.
„Da sind keine Spuren“, brummte Pit. „Komisch.“
Katja kicherte. „Vielleicht ist der Dieb ins Zimmer geflogen.“
Die Kinder lachten. Nur Marie nicht. „Ich hab’s“, rief sie und schaute zu dem alten Lindenbaum im Garten ihrer Eltern hinüber.
„Hast du eine Idee?“ „Welche?“ „Kennst du den Dieb?“
Neugierig und ein wenig aufgeregt umringten die Freunde Marie.
Die grinste. „In unserer Linde ist ein Elsternnest“, erklärte sie. „Und Elstern …“
„… sind die größten Diebe, die man sich vorstellen kann“, ergänzte Tom. „Die klauen alles, was glänzt.“
„Wow! Gute Idee. Vielleicht hat eine der Elstern Oma Meiers Ring gestohlen.“
Die Kinder waren ganz aufgeregt. Und während die Erwachsenen auf der Straße standen, wild gestikulierten und auf die beiden Polizeibeamten einredeten, holten die Kinder eine Leiter und kletterten zum Elsternnest hinauf. Dort fanden sie: Nägel und Schrauben, viele silberne Kaugummi- und Zigarettenpapierkügelchen, Kronkorken, Büroklammern, eine goldene Kette … und … Oma Meiers Ring.
„Wir sollten öfter ins Elsternest schauen“, meinten sie später. „Es ist richtig spannend zuzusehen, was die Elstern so alles zusammenklauen.“ Sie lachten und freuten sich.
Noch mehr aber freuten sie sich über die Eurostücke, die ihnen die überglückliche Oma Meier zum Dank als Finderlohn in die Hände drückte.
„Aber passt auf!“, sagte sie dabei und blickte lächelnd zur Linde hinauf. „Die Münzen glänzen – und die Diebe beobachten euch schon.“
© Elke Bräunling

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Information

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

05. Mai 2014 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Ja, ja die lieben Vögel.
    Jeanny

  2. *lach*

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