Supermarkt oder Fußballwiese?

Ein neuer Supermarkt soll gebaut werden. Aber doch bitte nicht ausgerechnet auf der Fußballwiese!

Wütend waren die Kinder der Stadtrandsiedlung. Seit ein paar Tagen nämlich hatte jemand die Kickplatz-Wiese neben dem Spielplatz mit Bauzäunen versperrt. Ein Schild schmückte den Bretterzaun:
Hier baut die Firma Riesigbau ein neue Filiale der Supermarktkette Maximarkt. Betreten der Baustelle verboten!
Ein Supermarkt am Spielplatz?
„Gemeinheit“, schimpfte Benno. „Wo sollen wir nun Fußball spielen?“
„Pah“, machte Hanna, „wen interessiert das? Wir können ja auf der Straße kicken.“
Pit schüttelte den Kopf. „Nein. Das ist viel zu gefährlich“, sagte er. „Blöde Baustelle.“
„Blöd ist auch“, meinte David, „dass es bestimmt auch bald unseren Spielplatz nicht mehr geben wird.“
„Warum das?“ Fragend sahen die Freunde David an.
„Ist doch logisch“, meinte der. „Ein Supermarkt braucht Parkplätze.“ Er zeigte ringsum. „Und wo, glaubt ihr, ist noch Platz dafür?“
Betreten sahen sich die Freunde um. Überall standen Häuser. Ein Platz für die Autos der Supermarktkunden fand sich nur dort, wo der Spielplatz mit den alten, verrosteten Spielgeräten lag.
„Ach, deshalb hat niemand mehr die Büsche hier gestutzt“, rief Silke.
„Und keiner hat sich um die Schaukeln gekümmert.“
„Neuen Sand für die Sandkästen hat es in diesem Jahr auch nicht gegeben.“
Erschrocken sahen sich die Kinder an.
„Ich mag diese Baustelle nicht“, knurrte Lena schließlich.
„Wir müssen etwas tun“, rief David.
„Aber was nur?“ Hanna hatte eine Idee.
„Wir gehen zum Bürgermeister.“
„Oder wir sagen es allen in der Schule und dann machen wir eine Demonstration mit Plakaten und so“, ergänzte Pit.
Benno schüttelte den Kopf. „Wer hört schon auf Kinder?“, fragte er. „Ein Supermarkt ist für die Erwachsenen doch wichtiger als ein Kickplatz und ein Parkplatz ist auch wichtiger als ein Spielplatz. Basta.“
„Aber das mit den Plakaten ist trotzdem eine gute Idee“, fand Hanna und es ist immer noch besser als gar nichts zu tun.“
Die Kinder steckten die Köpfe zusammen und schmiedeten Pläne.
Einige Tage später schmückte ein Plakat den Bauzaun.
„Liebe Supermarktkette Maximarkt“, stand darauf zu lesen.
„Ihr habt schon ganz viele Supermärkte. Wir haben nur einen Spielplatz und auf dieser Wiese hinter dem Bauzaun haben wir jeden Tag Ball gespielt. WIR WOLLEN WIEDER HIER SPIELEN! HÖRT IHR?“
Und rund um das Plakat den ganzen Zaun entlang hingen Zeichnungen mit lachenden Kindergesichtern, und unter jedem Kindergesicht stand ein Name. Ja, und jeden Tag kamen weitere Zeichnungen mit Kindergesichtern und Namen dazu. Es waren so viele, dass man den Bauzaun fast nicht mehr sehen konnte … und da waren auch immer mehr Leute, die vor dem Zaun stehen blieben und sich die lachenden Kindergesichter anschauten. Sie lächelten dabei.

© Elke Bräunling

Hier wird Fußball gespielt (oder das Fußballspielen „spielt“ eine Rolle):

Drei zu zwei für Laura
Fußball-Ombu und die neue Heimat
Fußballfieber
Fußballer joggen auch und Sport ist Mord
Sonntagsausflug oder Fußballspiel
Sommerträume und Fußball
Fußballsommer
Schrei nicht so laut!
Max und der Glückskäfer
Mirkos erster Freund
Das allerschönste Spiel auf der Welt
Pit und der Zauberbesen
Supermarkt oder Fußballwiese
Fußball mit Sahnehäubchen
Opas Fußballwette und der Besuch von Cousine Erna
Der Fußball, die Liebe und die bunten Erinnerungen – Erzählung für Senioren

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

18. Mai 2014 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Mutgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 16 Kommentare

%d Bloggern gefällt das: