Jule und der Tag des Lächelns

Einen ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht, das wünscht sich Jule

In den letzten Wochen ist Papa sehr ernst gewesen. Er hat auch wenig Zeit und so gar keine Lust zum Spielen und zu lustigen Dingen gehabt. Wegen einer schwierigen Sache bei der Arbeit, so hat es Mama Jule erklärt. Doch die ist nun vorbei, diese Sache mit der Arbeit, und Papa hat eine Woche frei. Das ist toll, und Jule hat viele Pläne und eine tolle Idee:
„Uääh!“, heult Papa am nächsten Tag beim Aufwachen vor Schreck auf. „Hilfe!“

Ein riesig großes, rundes, Mond gelbes Grinsgesicht baumelt breit grinsend über seinem Bett.

Papa glaubt seinen Augen nicht zu trauen. „Was ist das denn?“

„Ein Lachgesicht“, sagt Jule und lacht. „Wir spielen heute Amerika, und dort feiern die Leute einmal im Jahr die Woche des Lächelns.“

„Hä?“ Nichts begreifend und morgenmuffelig starrt Papa Jule an. „Amerika? Lächeln? So früh am Morgen?“

Jule nickt. „Den ganzen Tag sollen alle lächeln. Das tun die Leute in Amerika nämlich eine ganze Woche lang, und ich will das heute auch einmal haben.“

„Was?“ Papa begreift wieder einmal überhaupt nichts.

„Das Lächeln eben“, sagt Jule geduldig. „Wie das Gesicht über deinem Bett.

Papa versucht, ein Grinsen auf sein müdes Gesicht zu zaubern.

„Und du meinst, wir sollen nun den ganzen Tag nichts anderes tun als frech und breit zu grinsen wie dein Grinsgesicht?“, fragt er und er blickt ziemlich hilflos drein.

Jule nickt wieder. „Eigentlich reicht es, wenn du heute nicht ernst guckst, und wenn wir lustige Sachen machen und viel Spaß dabei haben. Das wünsche ich mir.“

„Okay.“ Papa seufzt. „Du hast recht. In letzter Zeit ist es ein wenig stressig bei uns gewesen. Machen wir uns heute einen schönen Tag mit viel Spaß!“

„Und mit viel Lachen“, ruft Jule.

Jubelnd saust sie aus dem Zimmer und fällt -plumps- über Tims Dreirad.

„Aua!“, heult sie laut los. „Blöder Tim! Mein Knie tut weh.“

„Lächeln, Jule!“, ruft Papa aus dem Schlafzimmer und lacht. „Heute ist der Tag des Lächelns!“

Was bleibt Jule da anderes übrig als mitzulachen?

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

19. Mai 2014 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Der Vater wirkt auf mich nicht so sympathisch auf anhieb 😀
    Aber kann man verstehen, als Papa morgens ein lächeln rauszubekommen, kann schonmal schwer sein 😛
    Mir gefällt der Text gut, nicht nur weil ich selber Jule genannt werde, sondern auch weil ich von dem Text lächeln musste 🙂
    Grüße, Julia

  2. Klar, der Vater ist erst mal nicht so gut drauf. Kein Wunder, wenn man morgens die Augen aufmacht und in ein Grinsgesicht blickt. Ich stelle mir das fast ein bisschen gruselig vor.
    Schön, dass dir der Text mit seinen Wendungen dann doch noch gefallen hat … und ein Gruß von Jule an Jule

    Liebe Grüße
    Elke

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