Mama und der Schmuggler

Seltsam ist Mama heute. Sie sind unterwegs auf einem Ausflug und bei einer einsamen Kapelle hat Mama einen ‚verrückten‘ Traum

„Halt an!“, rief Mama mitten während der Fahrt durch die sonnige Hügellandschaft des Allgäus. Sie sprang aus dem Auto und deutete auf die Wiese am Berghang. Kühe weideten hier und ganz oben stand eine verwitterte Kapelle
„Hier bin ich schon gewesen“, sagt sie aufgeregt. „Oft habe ich dort oben habe ich auf dich gewartet. Und ich hatte große Angst um dich. Weißt du noch?“
Papa schüttelte verwirrt den Kopf. „Du irrst dich, Anna“, sagte er zu Mama. „Hier sind wir noch nie gewesen.“
„Aber Leon!“ Mama starrte Papa erschrocken an. „Hast du es vergessen?“
Mara und Max kicherten. Papa vergaß gerne Dinge, die er nicht besonders leiden mochte. Bestimmt hatte er keine Lust, sich an diese steile Wiese mit der alten Kapelle zu erinnern.
„Äh“, stammelte er. „Wir waren noch nie hier im Allgäu und diese hässliche Kapelle kenne ich nicht.“
„Sie war damals nicht hässlich“, protestierte Mama, die zu dem kleinen Bauwerk und den Bergen, die sich steil dahinter erhoben, starrte. „Von dort her bist du mit deinen Gefährten immer gekommen und wir Frauen haben auf euch bei der Kapelle gewartet und um eure heile Rückkehr gebetet.“
„Hä?“ Papa begriff gar nichts mehr. „Ist das wieder eine deiner Traumgeschichten?“
„Halt an!“, rief Mama mitten während der Fahrt durch die sonnige Hügellandschaft des Allgäus. Sie sprang aus dem Auto und deutete auf die Wiese am Berghang. Kühe weideten hier und ganz oben stand eine verwitterte Kapelle
„Hier bin ich schon gewesen“, sagt sie aufgeregt. „Oft habe ich dort oben habe ich auf dich gewartet. Und ich hatte große Angst um dich. Weißt du noch?“
Papa schüttelte verwirrt den Kopf. „Du irrst dich, Anna“, sagte er zu Mama. „Hier sind wir noch nie gewesen.“
„Aber Leon!“ Mama starrte Papa erschrocken an. „Hast du es vergessen?“
Mara und Max kicherten. Papa vergaß gerne Dinge, die er nicht besonders leiden mochte. Bestimmt hatte er keine Lust, sich an diese steile Wiese mit der alten Kapelle zu erinnern.
„Äh“, stammelte er. „Wir waren noch nie hier im Allgäu und diese hässliche Kapelle kenne ich nicht.“
„Sie war damals nicht hässlich“, protestierte Mama, die zu dem kleinen Bauwerk und den Bergen, die sich steil dahinter erhoben, starrte. „Von dort her bist du mit deinen Gefährten immer gekommen und wir Frauen haben auf euch bei der Kapelle gewartet und um eure heile Rückkehr gebetet.“
„Hä?“ Papa begriff gar nichts mehr. „Ist das wieder eine deiner Traumgeschichten?“
„Vielleicht.“ Mamas Stimme klang etwas verzagt. „Oft habe ich von dieser Kapelle und diesen Bergen geträumt.“
Papa seufzte.
Mara und Max aber begannen sich zu freuen. Mamas Traumgeschichten waren nämlich mächtig spannend und luden zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein. „Erzähle!“, riefen sie.
Papa seufzte noch lauter. Dann holte er Decken und den Picknickkorb aus dem Kofferraum. „Okay“, sagte er. „Was haltet ihr von einem Picknick dort oben bei ‚Mamas’ Kapelle?“
„Super!“ Nun waren Mara und Max fast genau so aufgeregt wie Mama und staunend hörten sie sich wenig später die Geschichte an von den Schmugglern, die begehrte Waren aus Italien auf geheimen Pfaden über die Alpen ins Land schmuggelten. Mit diesem gefährlichen Job besserten sie ihren Lebensunterhalt auf. Und klar, Papa war in Mamas Traum einer dieser waghalsigen Kerle. Auf ihn hatte Mama, die damals als Magd arbeitete, bei der Kapelle gewartet und gebetet, dass er gesund wieder nach Hause kam. Vor ein paar hundert Jahren oder so. Spannend war das.
„Schade“, seufzte Mara, „dass das bloß eine Traumgeschichte ist.“
Max nickte. „Stimmt. Sonst wäre Papa ja ein Gauner gewesen und vielleicht im Gefängnis gelandet. Hihi.“
„Ihr Träumer!“, brummte Papa. „Ein Glück, dass wir nicht an Wiedergeburt glauben.
Mama lächelte und deutete auf einen Stein im Gemäuer der Kapelle. “Und das hier? Ist das auch eine Träumerei?“
Verdutzt starrten Mara, Max und Papa auf das eingeritzte verwitterte und von Flechten überzogene Herz mit den Namen „Anna & Leonhard – Anno 1654“

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

20. Mai 2014 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert


%d Bloggern gefällt das: