Als der kleine Sommergeist verschlafen hatte und für ein Gewitter sorgte

Wenn Sommergeister verschlafen, kann so manches passieren, das eigentlich nicht geplant ist

Heute Morgen hatte der kleine Sommergeist verschlafen. Auch jetzt fühlte er sich zu müde, um seinen Job zu tun und im Tal nach dem Rechten zu sehen. Faul lag er vor seiner Berghöhle im Gras, freute sich an dem warmen Tag und sang:
„Ich bin der kleine Sommergeist und wandre durch die Welt, zieh über Wiesen, Berg und Tal, so wie es mir gefällt. La lalala, la lalala, so wie es mir gefällt. Ich bin der …“
„Hahaha! Du wanderst ja gar nicht. Träge liegst du im Gras und lässt dir den Pelz von der Sonne wärmen. Ein Schwindler bist du.“
„Ein Schwindler?“ Der kleine Sommergeist blickte überrascht auf. „Wer bist du und wo steckst du? Er schaute nach allen Seiten. Nichts. Nur ein leises, helles Kichern konnte er hören. Er hatte diese freche, fremde Stimme also nicht geträumt.
„Ich habe keine Lust zu deinem Versteckspiel“, rief er. Und zum ‚Durch–die-Welt-Wandern‘ habe ich heute auch keine Lust. Dazu ist es viel zu schwül.“
„Du sagst es!“, tönte das fremde Wesen mit heller Stimme. „Aber schwül wird es nicht mehr lange sein. Ein Gewitter wird kommen. Und das erzähle ich, nein, falsch, das erzählen wir nun allen hier.“
„Du? Ihr? Was wollt ihr? Ein Gewitter verkünden? Da habe ich aber auf meinem Berg und unten im Menschental auch ein Wörtchen mitzureden. Ich bin hier für das Sommerwetter zuständig.“
Empört sprang der kleine Sommergeist auf. Er rannte über die Wiese, suchte hier und da und dort nach den Eindringlingen, doch er hatte kein Glück. Ganz außer Puste und sehr verschwitzt ließ er sich wieder ins Gras fallen. Es war wirklich schwül heute. Kein gutes Wetter für die Pflanzen und Tiere und auch nicht für die Menschen.
„Bestimmt ist diesen seltsamen Fremden genau so heiß und unwohl wie mir.“ Er kuschelte sein Haupt in ein Glockenblumenpolster, blickte zum Himmel hinauf und da entdeckte er sie: viele kleine weiße Wölkchen. Sie lachten zu dem kleinen Sommergeist herunter. Dann sangen sie:
„Wir sind die Schäfchenwolkenherde und ziehn durch die Welt. Wir künden Wind und Regen an, so wie es uns gefällt. La lalala, la lalala, so wie es uns gefällt.“
„Ihr seid das!“, grummelte der kleine Sommergeist. „Ihr seid für heute aber nicht geplant.“
„Stimmt“, kicherten die Wölkchen. „Dein schwüles Wetter war auch nicht geplant. Deshalb müssen wir rasch ein Gewitter ankünden, das die schwüle Luft verdrängt.“
„Pah!“ Der kleine Sommergeist war gekränkt. Nur weil er einmal verschlafen hatte, mussten doch nicht alle Sommerpläne geändert werden! So etwas Dummes aber auch!
„Aber nur ein ganz kurzes Gewitter, einverstanden? Schließlich habe ich auch nur ganz kurz verschlafen“, rief er zu den Wolken hinauf.
Die aber waren bereits weiter gezogen.

© Elke Bräunling

In einer etwas kürzeren Fassung findest du diese Geschichte hier: Der kleine Sommergeist und das Sommerwetter
Weitere Gewittergeschichten findest du hier:
Mia und die Gewittergeister
Mia und das Donnermännlein
Eine Nacht in Gewitterstimmung
Pech für den kleinen Regentropfen

Diese Geschichte findet Ihr in dem Buch: Opas Gutenachtgeschichten


Taschenbuch: Opas Gutenachtgeschichten: Betthupferl-Geschichten für Kinder Ebook: Opas Gutenachtgeschichten Information

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

10. Juni 2014 von Elke
Kategorien: Gutenachtgeschichten, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Das war gestern bei uns der Fall.
    Jeanny Friederich-Schmit

  2. Ich hoffe, ihr hattet nicht allzu große Gewitterschäden?
    Bei uns hat es kein einziges Mal gedonnert.
    Lieber Gruß
    Elke

  3. Pingback: Der kleine Sommergeist und das Sommerwetter » Elkes Kindergeschichten

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