Als die Junifee die Nächte heller machte

Juni ist der Monat des Lichts und der Glühwürmchen und die Junifee hat viel zu tun in ihrem Monat, wenn sie ihre Lichtpünktchen verteilt

Singend tanzte die Junifee ins Land herein. Sie war bester Laune. Übermütig fast umarmte sie die Bäume. Den Blüten und Kräutern winkte sie fröhlich zu und den Früchten an Bäumen und Sträuchern schenkte sie süße Küsse. Sie war so guter Dinge, dass sie die Tage am liebsten festhalten wollte. Tag für Tag ein bisschen mehr.
„Oh ja!“, rief sie. „Der Junisommer ist’s, der die Tage länger macht und die Nächte kürzer. Ich helfe ihm ein wenig dabei. Das Leben soll fröhlicher sein in diesen Tagen. Alle sollen ein bisschen fröhlicher sein.“
Sie lächelte und tänzelte weiter singend durchs Land:
„Sommer ist’s und ich bin da. Die hellen Nächte sind nun nah. Ich schenke Helligkeit dem Land. Als Fee des Lichts bin ich bekannt.“
Wenn es am Abend dämmerte, breitete sie die Arme aus, und aus ihrem silberlichthellen Umhang purzelten viele tausend und mehr klitzekleine runde Lichtpünktchen. Wie ein nicht enden wollender Funkenregen erhellten diese den Abendhimmel. Sie tanzten ein Weilchen in Funkenkreisen durch die Luft, dann lösten sie sich voneinander und hüpften, eines nach dem anderen, aufs Land hinab. Dort verteilten sie sich zwischen Sträuchern und Gräsern, in Bäumen und Hecken, in Gärten, Parks, Wiesen, Feldern und Wäldern. Wie goldene Geisterchen sahen sie aus und wie Geisterchen schwebten und schwirrten sie durch die Lüfte. Die kurzen Juninächte machten sie mit ihren Lichtfünkchen noch ein bisschen heller. Und bunter. Und fröhlicher.
„Oh, wie schön! Die Junigeister sind da! Seht ihr?“, riefen die Menschen und freuten sich.
Und sie feierten an den langen Abenden, an denen es nur langsam dunkel werden wollte, fröhliche Feste mit Lagerfeuer, Musik und Tanz, Holunderbowle und Grillwürsten in Gärten und Parks, auf Straßen und Plätzen, an Seen und auf Waldlichtungen.
„Die hellen Sommernächte sind Zaubernächte“, sagten sie, während sie die geheimnisvollen Lichtgeisterchen bestaunten. „Wie wunderherrlich sie doch sind!“
„Aberglaube und falscher Zauber ist’s“, meinten andere, die nicht an Zauberei und Geister glauben mochten. „Diese Lichtpünktchen sind nichts weiter als Glühwürmchen!“
Doch auch sie starrten wie gebannt und mit klopfenden Herzen auf die abendlichen Lichtpünktchen-Funkentänze. Und sie fügten, etwas verschämt, ein „Wie romantisch! Sagt, sind sie nicht zauberhaft schön?“ hinzu.
Ja, zauberhaft.
Die Junifee lächelte und breitete wieder ihren Umhang aus, um den nächsten Funkengeistern den Weg zum Land frei zu machen. Der Monat war schließlich noch lang.

© Elke Bräunling

Und hier findest du die Geschichte Vom arbeitsamen Monat Juni

Weitere Geschichten der Monatsfeen findet Ihr hier:
Als die Januarfee das Glück suchte
Als die Februarfee ihr buntes Winterlied sang
Als die Märzfee den Frühling brachte
Als die Aprilfee das Wetter verschlief
Als die Maifee frische Freude brachte
Als die Junifee die Nächte heller machte
Als die Julifee die Sommerwärme brachte
Als die Augustfee die Äpfel küsste
Als die Septemberfee den Sommer verabschiedete
Als die Oktoberfee das Land bunt bemalte
Als die Novemberfee die Ruhe brachte
Als die Dezemberfee ein Lächeln zauberte

Diese Geschichte findest du in dem  NEUEN Buch: Omas Geschichten durchs Jahr

Taschenbuch:Omas Geschichten durchs Jahr: Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Geschichten für Kinder  Ebook: Omas Geschichten durchs Jahr: Frühling, Sommer, Herbst und Winter- Jahreszeitengeschichten für Kinder Information

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

11. Juni 2014 von Elke
Kategorien: Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | 13 Kommentare