Ein Glückskäfer-Glück für Jule

Wie ein Marienkäfer der grübelnden Jule doch ein bisschen Glück brachte … und vielleicht sogar den Eintritt ins Zirkuszelt?

Traurig sitzt Jule am Rande des Festplatzes und blickt auf das bunte Zirkuszelt. Zu gerne hätte sie sich die Nachmittagsvorstellung mit den beiden Clowns, die am Eingang fröhlich ihre Späßchen machen und die Leute ins Zelt einladen, angesehen. Ihre Freunde sind schon im Zelt. Nur sie hat kein Geld für die Eintrittskarte. Nie hat Jule Geld, seit ihre Eltern arbeitslos sind. Immer muss sie sich all die Dinge, die ihre Freunde erleben, von draußen ansehen. Jule schüttelt den Kopf. Sie mag nicht weiter grübeln. „Grübeln”, sagt Papa immer, „macht nur ein Griesgramgesicht. Aber helfen, nein, das tut es nicht.”
Jule will kein Griesgramgesicht haben. Sie zwingt sich zu einem kleinen Lächeln, und weil niemand zum Anlächeln da ist, schenkt sie ihr Lächeln der Margerite, die neben ihr am Wegrand wächst. Ja, und ihr ist, als lächelte die Blume zurück. Oder hat sie das geträumt? Nachdenklich schaut Jule die Blume an. Ein Marienkäfer hat sich gerade auf ihrer Blüte niedergelassen.
„Hey, kleiner Glückskäfer”, ruft Jule. „Pass auf, dass dich niemand zertritt.”
Da pumpt der Käfer seine Flügel auf, fliegt einen Meter weiter und setzt sich auf einen Grashalm.
Mit einem Lächeln beobachtet Jule den Käfer. Sie ist nicht mehr traurig. Neugierig beugt sie sich über den Grashalm.
„Warum bist du eigentlich ein Glückskäfer?”, fragt sie und zählt die schwarzen Punkte auf den roten Käferflügeln.
Leute kommen vorbei und Jule setzt sich schützend vor den Käfer. Nicht auszudenken, würde jemand auf den Grashalm mit dem Glückskäfer treten.
„Dann wärst du ein Pechkäfer”, murmelt Jule. „Wie ich.”
Sie starrt den Leuten hinterher, die zum Zirkuszelt gehen. Da sieht sie es auf einmal am Wegrand aufblinken. Was ist das? Jule geht ein paar Meter weiter, bückt sich und hält drei Münzen in den Händen. Es sind sechs Euro. Oh! Jule staunt. Ob die Leute gerade eben das Geld verloren haben? Nein, die Münzen sind staubig. Sie müssen schon eine Weile hier liegen.
Jule überlegt. Dann lächelt sie, setzt den Käfer vorsichtig in den sicheren Rosenbusch und sagt leise: „Danke, kleiner Glückskäfer!”
Dann saust sie los zum Zirkuszelt. Vielleicht würde das Geld für eine Eintrittskarte reichen?
„Bestimmt”, sagt Jule, während sie auf die beiden Clowns zugeht. „Und wenn nicht, werde ich ihnen von meinem Glückskäfer erzählen. Wetten, das bringt Glück?”
© Elke Bräunling

Ein Glückskäfer für Jule

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Viel Spaß
🙂

Gelbes Glück
 Gelbes Glückskäferglück

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

22. Juni 2014 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Tiergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 5 Kommentare

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