Der Garten der 2b

Ein eigener Schulgarten ist eine feine Sache. Und eigenes Gemüse, Obst und Salate schmecken prima

Hinter der Schule liegt eine große Wiese, und daneben ein verwildertes Ackergrundstück. Dort haben die Kinder immer besonders gerne gespielt, doch als sie eines Tages in die Schule kommen, gibt es ihren Lieblingsspielplatz mit den verwilderten Hecken nicht mehr. Schade. Hier hat man immer so schön Ball und Verstecken spielen und Hütten bauen können. Frisch gepflügt und langweilig leer liegt das Land nun in Rechtecke unterteilt neben der Wiese. Die Kinder sind enttäuscht. Gerade heute ist so ein schöner Sonnentag zum Spielen. Muffig sitzen sie auf der Wiese und ärgern sich.
”Ich habe eine Überraschung für euch”, sagt Frau Schäfer, die plötzlich mit einem Korb und Gartengeräten bepackt vor ihnen steht. ”Kommt mit!”
Die Kinder haben gar keine Zeit zum Murren, so schnell läuft Frau Schäfer über die Wiese und macht vor dem ehemaligen Ackerstück Halt. Sie deutet auf die sauber geharkte Erde und sagt:
”Das ist unser Schulgarten, und dieses Rechteck gehört uns, der Klasse 2b. Jede Klasse erhält ein Gartenstück, und dort können wir anpflanzen, was wir uns wünschen.”
„Wäh!“ Der dicke Robin heult auf. „Gartenarbeit ist doof.“
„Warte es ab!“ Frau Schäfer lächelt. Sie bückt sich und steckt ein Schild in die Erde, auf dem in Großbuchstaben KLASSE 2B steht. Dann erklärt sie, dass sie nun das ganze Jahr für dieses Stück Land verantwortlich seien und dass die Gartenarbeit großen Spaß mache.
”Und heute”, sagt sie, ”säen wir Radieschen, Mohrrüben und Ringelblumen.”
Sie erzählt noch viel mehr, und die Kinder staunen nur noch. Ein eigener Garten, uih, das ist toll.
”Dürfen wir uns auch Pflanzen aussuchen?”, fragt Anna.
Frau Schäfer nickt. ”Ihr dürft auch von Zuhause Pflanzen mitbringen, wenn ihr das mögt.”
”Schööön.” Die Kinder freuen sich noch mehr, und sie überlegen, welche Pflanzen sie am liebsten in ihrem Gartenstück haben möchten. Den ganzen Vormittag arbeiten sie in ihrem Garten, und es macht einen Riesenspaß. Auch an den nächsten Tagen sind sie nach Schulschluss voller Eifer am Pflanzen, Säen, Gießen und Pflegen. Ja, und am Nachgucken. Wann würden die ersten grünen Blättchen ihrer Aussaat aus der Erde linsen?
Mit den Radieschen dauert es gar nicht so lange. Als die Kinder das erste Grün entdecken, tanzen sie einen Freudentanz. Bald würden sie ihre ersten eigenen Radieschen ernten. Eine tolle Sache. Juchhuuu! Und sie freuen sich auch schon auf all die vielen anderen leckeren Köstlichkeiten, die Tomaten, Gurken, Bohnen, Kartoffeln, Erdbeeren, Sonnenblumen, Wicken, Margeriten, Kräuter, die sie angepflanzt oder ausgesät haben.
”Lauter gesunde Sachen! Toll!”, sagt Robin an dem Tag, an dem sie ihre ersten eigenen Radieschen ernten und essen dürfen. ”Und selbst gepflanzt schmecken die tausend Mal besser als die vom Supermarkt.”
Dieses Mal lachen die Kinder nicht über Robin. Dieses Mal stimmen sie ihm aus vollstem Herzen zu.

© Elke Bräunling

Eine kürzere Fassung dieser Geschichte findet ihr hier: Ein Garten für die KLasse 2b

Bauerngartenidyll mit Müll
So bunt und schön – und ordentlich – könnte er aussehen, der Garten der 2 b

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

25. Juni 2014 von Elke
Kategorien: Naturgeschichten, Schulgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Das Gemüse aus dem Schulgarten ist gesund und schmekt gut.
    Jeanny Friederich-schmit

  2. Pingback: Ein Garten für die Klasse 2b » Elkes Kindergeschichten

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