Die langweilige Schlechtwetterlaune

Ist es wirklich so langweilig an einem Schlechtwettertag? Mit der richtigen Kleidung und mit Fantasie eigentlich nicht, oder?

Wieder ist der Himmel grau. Es regnet. Dauernd regnet es!
Maximilian sitzt am Fenster und starrt in das ungemütliche Grau hinaus. Er ist sauer.
„Mir ist langweilig!“, quengelt er.
„Geh ein bisschen draußen spielen!“, schlägt Mama vor.
„Aber draußen ist schlechtes Wetter.“
„Es gibt kein schlechtes Wetter“, sagt Mama, die, wie Maximilian findet, heute wieder einmal besonders gemein ist. „Es gibt nur falsche Kleidung.“
„Im Regen zu stehen ist auch langweilig“, meckert Maximilian.
„Dann verabrede dich mit Jonathan.“
„Der ist heute nicht zu Hause.“
Hm. Mama, die am Computer sitzt und nicht auf Maximilian achtet, überlegt. „Bau doch den neuen Lego-Traktor!“, schlägt sie vor.
„Damit bin ich längst fertig! Ich habe dir den Traktor gezeigt und du hast „Ja! Ja!“ gesagt. Echt! Nie guckst du genau hin, wenn ich dir etwas zeige.“ Maximilian ist empört.
Mama seufzt und schaltet den Computer auf Standby. „Dann erzähl mir eine deiner Geschichten“, sagt sie. „Ich schaue dich dabei an und höre dir zu. Einverstanden?“
„Einverstanden!“
Maximilian erzählt gerne Geschichten und er hat immer wieder neue Ideen. Nur jetzt nicht.
Er starrt aus dem Fenster, denkt nach.
„Es war einmal ein Junge“, beginnt er schließlich, „der wohnte an einer Straße. Es waren Ferien und es regnete. Das Wetter war so scheußlich, dass der Junge nicht draußen spielen konnte. Ganz schön langweilig war ihm da! Und weil er zu nichts Lust hatte, saß er den ganzen Tag am Fenster und starrte auf die Straße hinunter. Da sah er plötzlich ein Pferd und auf dem Pferd saß ein Ritter. Ein Ritter in einer Ritterrüstung und mit dem Schwert in der Hand. So saß er auf dem Pferd. Er sah ganz schön gefährlich aus. Und da! Was hatte er jetzt vor? Das Pferd stoppte und der Ritter blickte zum Fenster des Jungen hinauf. Er winkte, dann gab er dem Pferd die Sporen. Das Pferd galoppierte los den Berg zu der alten Burg hinauf und dort …“
Maximilian stockt mitten im Satz.
„Boah!“ ruft er und springt auf.
„Was geschah denn nun auf der alten Burg mit dem gefährlichen Ritter?“, fragt Mama, die vor Aufregung rote Backen bekommen hat.
Maximilian aber läuft schon aus dem Zimmer. „Das erzähle ich dir später“, ruft er Mama zu. Er schnappt sich seine Regenjacke und saust auf die Straße. Dort nämlich steht Jonathan und winkt ihm mit zwei Holzschwertern zu. Die haben sie gestern extra gebastelt fürs Ritterspiel. Das hätte Maximilian wegen seiner Schlechtwetterlaune heute doch beinahe vergessen! So etwas aber auch!

© Elke Bräunling

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Von Herbstwetter, Herbstlaunen und bunten Blättern
Wetter-Else
Schlechtwetterlaunen

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

05. Oktober 2014 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 1 Kommentar

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