Papa und der Weihnachtsmann-Schneegeist

Von Schneegeistern, Gruselgeschichten, Schneebasteleien und einem verhinderten Weihnachtsmann

Eine tolle Geistergeschichte hat Papa David am Abend vorgelesen. Von einem Schneegeist, der im Dunkeln mit glühend roten Augen grausig grinsend durch die verschneiten Straßen schleicht und alle Leute mächtig erschreckt.
David muss lachen. „So einen Geist gibt es nicht. Hoho. Zum Totlachen komisch wäre der aber auch! Hoho.“
„Wer weiß?“, meint Papa und tut geheimnisvoll. „Also, ich würde mich vor so einem wilden Schneegeist in Acht nehmen.“
„Echt?“ Lange denkt David über Papas Mut und über Schneegeister nach. Dann hat er eine Idee und mit einem Grinsen schläft er ein.
Am nächsten Tag baut David im Garten am Eingang einen Schneemann mit einem großen Kopf, riesenrunden leeren Augenhöhlen und einem großen grinsenden Mund. In Mund und Augenhöhlen stellt er funkelnde Teelichter und über den Kopf stülpt er die Weihnachtsmannmütze, die der Weihnachtsmann im letzten Jahr vergessen hatte. Zuletzt bindet er um das Kinn des Schneegeistes den langen, weißen Lockenbart des Weihnachtsmannes.
Unheimlich sieht der Schneemann, der nun ein Weihnachtsmanngeist mit einem funkelnden, grinsenden Mund und leeren, hellen leuchtenden Augenhöhlen ist, aus. Und Witzig. Zum Grausen unheimlich und zum Lachen witzig.
Das finden auch die Leute, die am Garten vorübergehen. „Huch!“ rufen die einen und grausen sich. „Hilfe!“ und „Wie grausig!“ und „Oje, ein wilder Weihnachtsmanngeist!“ Andere lachen und finden den Schneeweihnachtsmann zum Totlachen komisch.
David freut sich. „Es klappt! Die fürchten sich fast alle“, kichert er.
Voller Spannung wartet er, dass Papa nach Hause kommt. Ob er sich wirklich vor dem Schneeweihnachtsgeist in Acht nehmen würde?
Endlich ist es soweit: Zwei Autoscheinwerfer erhellen kurz die verschneite Straße, dann hält Papas Auto vor dem Haus und David versteckt sich rasch hinter dem Schneemanngeist.
Fröhlich pfeifend öffnet Papa das Gartentürchen, geht zwei, drei Schritte, bleibt stehen, das fröhliche Pfeifen wird leiser, bis es ganz verstummt.
„Ei-ein G-geist!“, stammelt Papa voller Schreck. „T-tatsächlich! Ei-ein Wintergeist, äh, nein, ein Weihnachtsmanngeist, ein …“
Verdutzt starrt er den Geist an. Dann verbeugt er sich vor ihm und sagt: „Gestattet, Herr Schneeweihnachtsmann, dass ich Euch in meinem Garten Willkommen heiße!“
„Okay“, antwortet der Schneegeist mit tiefer David-Stimme. „Aber nur, wenn du dich vor mir in Acht nimmst!“
„G-g-gerne, Herr Schneegeist“, stottert Papa. „U-und wie darf ich das tun?“
„Du musst dich immer tief vor mir verbeugen!“, befiehlt David.
„Einverstanden.“ Papa neigt sein Haupt erneut vor dem Geist, dann tritt er einen Schritt näher und flüstert: „Was meint Ihr, Herr Geist, muss ich mich auch vor einem kleinen Jungen, der David heißt, in Acht nehmen?“
„Aber ja!“, kichert der Schneegeist. „Auch vor ihm musst du dich verbeugen! Klar?“
„Klar, Herr Schneegeist“, kichert nun auch Papa.
Dann müssen beide lachen: Papa und David und die Lichter in des Schneeweihnachtsmanngeistes in Mund und Augen funkeln im Takt ihres fröhlichen Gelächters mit.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

10. Dezember 2014 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Mutgeschichten, Weihnachtsgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 1 Kommentar

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