Jules gute Vorsätze zum neuen Jahr

Gute Vorsätze können manchmal recht witzig sein und man kann nur staunen

Am Silvesternachmittag langweilt sich Jule schrecklich. Grübelnd schaut sie aus dem Fenster. Ob sich mit dem neuen Jahr etwas ändern wird? Sie denkt an ihre vielen guten Vorsätze, denn ab morgen soll alles ganz anders und viel besser werden. Jule wirft einen Blick auf die Uhr. Die Zeiger wollen nicht weiter wandern, und zum Lesen oder Fernsehen hat Jule keine Lust. Sie ist viel zu aufgeregt wegen der Feier heute Abend und dem Feuerwerk. Wenn es bloß nicht mehr so lange dauern würde!
Da hat Jule eine Idee:
„Ich könnte schon einmal damit beginnen, meine guten Vorsätze zu erfüllen. Dann habe ich im neuen Jahr weniger Arbeit damit!“
Gesagt, getan! Jule fängt an, ihr Zimmer aufzuräumen. Das ist nämlich einer ihrer wichtigsten und gemeinsten Vorsätze.
Eigentlich ist das Aufräumen gar nicht so schlimm, wie sie es sich vorgestellt hat. Rasch füllt sich ihr Papierkorb mit Dingen, die Jule nicht mehr braucht, und in der Zimmerecke stapeln sich Comics, Bücher, Spielsachen und andere Dinge für den Flohmarkt.
„Toll”, freut sich Jule. „Jetzt noch die Schreibtischschublade, und schon habe ich einen guten Vorsatz weniger.”
Nur mit Mühe gelingt es ihr, die Schublade zu öffnen. Sie ist mit Zetteln und Krimskrams gefüllt, und das meiste verschwindet gleich im Papierkorb. Es ist aber auch interessant, in alten Notizen zu stöbern. Und lustig. Was hat sie manchmal doch für komische Sachen aufgeschrieben!
Halt! Was ist das? Eine gebastelte Urkunde! Neugierig fängt Jule an zu lesen. Dann muss sie lachen. Und wie sie lacht! So laut und fröhlich, dass sie gar nicht mehr damit aufhören kann.
„Was ist denn hier los?”, fragt Mama, die plötzlich in der Tür steht und sich über das aufgeräumte Zimmer wundert. „Bist du krank?”
„Nein”, prustet Jule. „Bloß doof!”
Und sie reicht Mama die soeben gefundene „Urkunde” aus dem letzten Jahr mit dem Titel: ´MEINE GUTEN VORSÄTZE FÜR 2013´!”
Mama fängt an zu lesen. Dann lacht auch sie.
„Na”, sagt sie. „Diesen guten Vorsatz hast du ja nun noch am letzten Tag des Jahres erfüllt. Alle Achtung!”
Sie reicht Jule die „Urkunde” zurück, auf der „ZIMMER AUFRÄUMEN” in Großbuchstaben als Vorsatz für das Jahr 2013 steht.
„Ja, so ist das mit guten Vorsätzen”, kichert Jule, insgeheim aber nimmt sie sich vor, sich für das neue Jahr 2014 besser erst gar nichts vorzunehmen.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

29. Dezember 2014 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Weihnachtsgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , | 6 Kommentare

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