Die Sache mit Robin Hood

Einmal sein wie Robin Hood, das wäre toll, oder?

Lena hatte ein Buch über die Abenteuer von Robin Hood gelesen, und seither redete sie über nichts anderes mehr.
„Früher“, sagte sie, „waren die Reichen ganz schön doof. Die sind freiwillig in den Wald geritten und haben sich beklauen lassen.“
„Wieso das?“, fragen ihre Freunde Pia, Pit und Klausi.
„Wegen Robin Hood“, erklärte Lena. „Der hat mit seiner Räuberbande im Wald gewartet, bis ein Reicher angeritten kam. Dann hat er ihm sein Geld und alles, was er noch so mit sich schleppte, abgenommen. Gut, nicht?“
„Na und?“, meinte Pit. „Alle Räuber klauen.“
„Robin Hood aber hat das, was er den Reichen abgenommen hat, armen Leuten geschenkt“, berichtigte Lena. „Weil er es nämlich nicht gut fand, dass die Reichen so viel Geld hatten und die Armen so wenig.“
Das klang gut. Ihre Freunde staunten.
„Er war halt ein großer Held“, schwärmte Lena.
„Welcher Reiche ist aber auch so doof und geht in den Wald, wenn er weiß, dass er dort beklaut wird?“, fragte Klausi.
Pit aber meinte nachdenklich. „So wie dieser Robin Hood wäre ich auch gerne. Ist ´ne feine Sache, Armen zu helfen.“
„Ich hab eine Idee“, rief Lena. „Wir gründen eine Räuberbande und helfen auch den Armen.“
„Du meinst, wir sollen im Wald Reiche überfallen?“, fragte Klausi entsetzt.
Pia musste lachen „Und die beklauen wir dann?“
„Phh!“, maulte Pit. „Ich hab keinen Bock, im Wald zu warten, bis ein Reicher auf seinem Gaul angeritten kommt.“
„Nein, das ist keine gute Idee“, meinte Pia. „Klauen ist verboten. Außerdem, wer lässt sich schon so einfach für die Armen beklauen?“
„Hoho“, grölte Klausi. „Ich wüsste einen. Pit nämlich. Der gibt keinem etwas von seinen Gummibärchen ab.“
„Ihr seid ja auch keine armen Leute“, fauchte Pit.
„Und du bist kein mutiger Held“, grinste Lena und zog die Tüte mit den Gummibärchen aus Pits Hosentasche.
„Hey“, heulte Pit auf, „das sind meine.“
Lena aber öffnete seelenruhig die Tüte und steckte sich eine Handvoll Gummibärchen in den Mund. „Ich sag´s ja“, nuschelte sie kauend. „Tolle Kerle teilen alles, was sie haben.“
„Und wenn sie es nicht freiwillig tun, so muss man sie beklauen?“, fragte Pia zweifelnd.
„Genau“, stimmte Lena zu, und Klausi fragte:
„Und ist Pit jetzt ein toller Kerl?“
„Nö“, kicherte Lena. „Ein doofer Reicher, der sich seine Gummibärchen wegnehmen lässt.“ Da mussten alle lachen.
Pit aber blickte ganz schön dämlich drein. „Ihr seid blöd“, schrie er. „Gemeine Diebe seid ihr. Nichts weiter.“
Und beinahe hätten sich die vier in die Haare gekriegt.
„Sehr ihr“, sagte Klausi. „Klauen bringt nur Ärger.“
„Und wie!“, fauchte Pit, der an seine Gummibärchen dachte.
„Man könnte aber auch anders helfen“, meinte Pia. „Dazu hätte ich viele Ideen. Armsein hat nämlich nicht nur mit Geld zu tun.“
„Stimmt“, rief Lena. „Tiere und Pflanzen sind auch arm. Denen könnten wir helfen.“
Das ist eine gute Idee, fanden alle, und sie überlegten, wie sie als Robin-Hood-Bande den Tieren und Pflanzen und Bäumen helfen könnten. Vieles fiel ihnen dazu ein. Dir auch?

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

23. Mai 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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