Abenteuer auf der Hornesselwiese

Geschichten ausdenken oder träumen kann ganz schön aufregend sein

Am Sonntagnachmittag finden Mama, Papa, Mara und Max auf der Hornesselwiese einen Picknickplatz.
“Schön ist es hier!” Mama lässt sich ins Gras fallen und schließt die Augen.
“Ja, prima”, sagt auch Papa. “Hier kann ich in Ruhe lesen.”
Mara und Maxi sind enttäuscht. Und sie? Was sollen sie den ganzen Nachmittag tun?
“Warum heißt die Wiese eigentlich Hornesselwiese?”, fragt Maxi.
“Vielleicht gibt’s hier Hornissen?”, meint Mara. “Die sind viel größer als Bienen – und gefährlicher!”
Größer als Bienen? Vielleicht so groß wie ein Vogel? Vielleicht ähneln sie den Wokiks, den Propellermonstern aus dem Comic?
“So ein Monster-Stechvieh muss ich sehen!” Maxi macht sich auf die Suche. Er schwingt einen Ast wie ein Schwert durch die Luft.
“Kommt heraus!”, ruft er. “Ich hab keine Angst vor euch!”
“Brorororooo … “ Um Maxi herum summt und brummt es auf einmal gewaltig. Es ist ein grausiges Getöse, laut und lauter. Und dann fliegen plötzlich dicke Propellermonster mit gelb-schwarzen Streifen auf Maxi zu. Wie Riesenbienen sehen sie aus.
“Brorororooo! Du fürchtest uns nicht?”, dröhnt es. “Willst du uns beleidigen?”
Die Stimme klingt böse, und Maxis Herz fängt an zu klopfen. “Seid ihr Hornissen?“, fragt er bang.
“Hornissen!”, brummt es verächtlich. “Hast du noch nie von den unbesiegbaren Orobs gehört?”
“Nein!”, ruft Maxi, und ihm wird ganz komisch vor Angst. “Ich wollte doch nur …“
Schnell schließt er die Augen. Er mag die schrecklichen Monster nicht mehr sehen. Die sind ja schlimmer als die Wokiks aus dem Comic! Wie kann er sie nur loswerden? Maxi überlegt fieberhaft: Was würde Andor, der Held aus dem Comic tun? Der zeigt nie Angst, sondern jagt seinen Gegnern Angst ein, ohne zu kämpfen!
“Ihr solltet euch fürchten!”, ruft Maxi und stellt sich mutig vor die Orobs. “Mein Freund Andor ist auf dem Weg hierher, mit den Hornissen! Gemeinsam werden wir euch vertreiben. Vergesst nicht, dass ihr im Reich der Hornissen seid!”
“Hohoho!”, dröhnt die Brummstimme zurück. “Die Hornissen haben mit sich selbst genug zu tun. Sie kämpfen ums Überleben. Und deinen Andor fürchten wir auch nicht.”
“Ich höre ihn kommen!”, brüllt Maxi und geht mit geschlossenen Augen auf die Monster zu. Ja, und die weichen wirklich vor ihm zurück! Schritt für Schritt bahnt sich Maxi seinen Weg. Das Brummen wird leiser und leiser. Hat er es geschafft? Er wagt noch immer nicht, die Augen zu öffnen.
Da passiert es. Maxi stolpert und fällt über einen Orob! O je – jetzt ist alles aus!
“Mensch, pass doch auf, du Träne!”, schreit der Orob wütend.
Maxi öffnet die Augen. Gott sei Dank, es ist Mara, die faul im Gras liegt!
Da hört Maxi es leise brummen. Bienen summen über den Glockenblumen und tauchen ihren Kopf in die blauen Blütenköpfe. Richtig friedlich klingt dieses Summen.
“Du”, sagt Maxi, “ich glaube, das ist eine Zauberwiese. Eben habe ich die Orobs gesehen!”
“Spinner! “, lacht Mara. “Orobs gibt es nicht.”
Maxi zuckt mit den Schultern. Hat er das alles nur geträumt?

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in einer kürzeren Fassung hier: Das Wiesenabenteuer

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

25. Mai 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Geschichten über Gefühle, Spaßgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

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