Der kleine Bär und das Donnermännlein

An einem schwülen Tag lernt der kleine Bär das Donnermännlein kennen

Schwül war es. Kein Lüftchen wehte und es roch stickig. Die Waldtiere stöhnten. Missmutig beobachtete der kleine Bär die Fliegen, die wild in der Luft tanzten.
„Sie mögen dieses doofe Wetter auch nicht leiden“, brummte er. „Ein Gewittertanz wäre nicht schlecht. Bestimmt würde es dann bald blitzen, donnern und regnen und es wäre nicht mehr so schwül. Eine feine Sache wäre das.“
„Fein, fein“, polterte eine Stimme und ein Männlein hüpfte plötzlich vor dem kleinen Bären auf und ab.
„Was bist du für ein Tier?“, bestaunte der die fremde Gestalt. Sie trug einen kleinen Lendenschurz und hatte ein schwarzes Gesicht auf seinem Bauch aufgemalt. „Und was bedeutet das schimpfende Grummelgesicht auf deinem Bauch?“
„Das ist mein grollendes Donnergesicht“, erklärte das Männlein. Dann verneigte es sich vor dem kleinen Bären.
„Gestatten, mein Name ist Holterdipolter. Ich bin ein Donnermännlein.“
„Aha.“ Unter einem Donnermännlein konnte sich der kleine Bär nichts vorstellen. Vorsichtig piekte der kleine Bär auf das grummelnde Bauchgesicht des Fremden.
„Rumsdibumm!“, polterte da der schwarze Donnermund auf des Männleins Bauch los.
„Rumsdibumm!“, lachte der kleine Bär. „Das gefällt mir.“
Er drückte ein wenig fester auf des Donnermännleins Bauch.
„RUMSDIBUMM!“, grollte es da in der Luft. Laut und bedrohlich.
„Prima“, rief er kleine Bär. „Und nun schick uns schnell ein Gewitter mit Blitz, Donner und Regen! Geht das?“
„Klar“, polterte Holterdipolter. „Das ist mein Job.“
Es blitzte und wenige Sekunden später ließ ein mächtig lautes Donnergrollen die Erde erbeben.
Erschrocken blickte der kleine Bär zu Holterdipolter hinüber, doch der war verschwunden. Er wunderte sich.
„Hey, wo bist du? Komisch. Habe ich das alles nur geträumt?“
Er blickte zum Himmel. Dicke Wolken türmten sich in Windeseile auf. Unter lautem Rumsdibumm-Gedonnere kamen sie rasch näher.
„Ein Gewitter!“, rief der kleine Bär erfreut. Er sprang auf. „Danke, Donnermännlein.“
Und schnell sauste er zur Bärenhöhle, wo er sich das Blitz- und Donnerspektakel in Sicherheit anschauen wollte.

© Elke Bräunling

Eine längere Fassung dieser Geschichte findest du hier, und da hat nicht der kleine Bär mit dem Donnermännlein zu tun, sondern das Mädchen Mia, das sich an einem schwülen Tag einen Regentanz wünscht und dann plötzlich das Donnermännlein trifft. Schau mal rein!

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

15. Juli 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Frühlingsgeschichten, Mutgeschichten, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 2 Kommentare

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