Als Jan und Max verkracht waren

Streiten passiert immer mal, aber nachtragend muss man dann nun doch nicht sein, oder?

Im Sandkasten tobt ein wüster Kampf. Jan hat Max beleidigt. „Doofkopf“, hat er gesagt, „das Städtequiz kapierst du nie.“
Wie gemein! Max kocht vor Wut. „Das kapiere ich wohl, du Affe!“, schreit er zurück, und vor lauter Ärger haut er Jan gleich eine über den Kopf.
„Aua!“, brüllt Jan. Wütend stürzt er sich auf Max, und die beiden prügeln aufeinander los. Mal liegt der eine oben, mal der andere, ihre Klamotten sind über und über mit Blut und Sand beschmutzt, Max´ Nase blutet, Jan hat ein blaues Auge.
„Ich sag´s meinem großen Bruder“, schreit Jan. „Der haut dich windelweich.“
„Und ich sag´s meinem großen Bruder“, brüllt Max zurück. „Der ist viel stärker als deiner.“
Und heulend rennen beide nach Hause.
„Dein kleiner Bruder ist doof wie ein Brot“, sagt später der große Bruder von Jan zum großen Bruder von Max. „Der hat ganz laut ‚Hier!‘ geschrien, als der liebe Gott Punkte für Blödheit verteilt hat.“
„Depp!“, brüllt der große Bruder von Max. „Wenn ich so einen kleinen Dussel-Bruder wie du hätte, würde ich meine Maul nicht so weit aufreißen.“
Gemeinheit!
Der große Bruder von Jan rast auf den großen Bruder von Max zu. Peng! Beide prügeln aufeinander los. Und da geht es viel blutiger zu als bei Max und Jan.
Weil die beiden großen Brüder nun auch schmutzig und blutig nach Hause kommen, fangen die Mütter an, sich zu ärgern.
„Unverschämtheit!“, schreit die Mutter von Jan.
„Gemeine Schlägerbande!“, schimpft die Mutter von Max.
So etwas aber auch! Sie ärgern sich so sehr, dass sie sich gehörig die Meinung sagen und einander viele böse Dinge an die Köpfe werfen.
Wenn sich die beiden Mütter nun begegnen, sehen sie weg.
Wenn sich die beiden großen Brüder begegnen, ballen sie die Fäuste und starren sich böse an.
Wenn sich Jan und Max begegnen, ist es wie immer: „Was machen wir heute?“ fragt Jan, und Max schlägt vor: „Wollen wir Städtequiz spielen?“
Irgendwie zum Lachen, oder?

© Elke Bräunling

Auch hier findet ihr eine Geschichte zum Streiten: Seid friedlich zueinander

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

26. Juli 2015 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle | Schlagwörter: , , , , , | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Ach, wenn doch die Auseinandersetzungen auf dem Niveau von Jan und Max stehen beiben würden. Je älter der Mensch wird, desto gefährlicher wird es, bis es irgendwann in Mord und Totschlag endet. 🙁

  2. Wie recht du hast! Kinder haben die bessere Streitkultur. Warum verlernen wir das mit dem Älterwerden?

  3. Pingback: Seid friedlich zueinander » Elkes Kindergeschichten

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