Der kleine Sommergeist und das Sommerwetter

Da hat der kleine Sommergeist einmal verschlafen, und schon zieht ein Gewitter auf

Faul lag der kleine Sommergeist vor seiner Berghöhle im Gras. Er hatte heute keine Lust, seinen Job zu tun.
„Hey, Faulpelz! Pass auf das Sommerwetter auf! Los! Los! Tu deinen Job!“, rief plötzlich eine Stimme von irgendwoher.
Der kleine Sommergeist sah überrascht auf. „Wer ruft da und wer bist du und wo steckst du?“
Nichts. Nur ein leises, helles Kichern konnte er hören.
„Ich habe keine Lust zu deinem Versteckspiel“, rief er. „Und zum Arbeiten habe ich heute auch keine Lust. Dazu ist es viel zu schwül.“
„Du sagst es!“, tönte die fremde Stimme. „Aber schwül wird es nicht mehr lange sein. Ein Gewitter wird kommen. Und das berichte ich mit meinen Kollegen nun allen hier im Land.“
„Was wollt ihr? Ein Gewitter verkünden? Da habe ich aber auch ein Wörtchen mitzureden. Ich bin hier für das Sommerwetter zuständig“, rief der kleine Sommergeist.
Empört sprang er auf und rannte über die Wiese. Er suchte überall nach den Fremden, doch er hatte kein Glück. Ganz außer Puste und sehr verschwitzt ließ er sich wieder ins Gras fallen. Es war wirklich schwül heute. Kein gutes Wetter für die Pflanzen und Tiere und auch nicht für die Menschen.
Er kuschelte sein Haupt in ein Glockenblumenpolster, blickte zum Himmel hinauf und da entdeckte er sie: Viele kleine weiße Wölkchen. Sie lachten zu dem kleinen Sommergeist herunter. Dann sangen sie:
„Wir sind die Schäfchenwolkenherde und ziehn durch die Welt. Wir künden Wind und Regen an, so wie es uns gefällt…“
„Ihr seid das!“, brummte der kleine Sommergeist. „Ihr seid für heute nicht geplant.“
„Stimmt“, kicherten die Wölkchen. „Dein schwüles Wetter war auch nicht geplant. Deshalb müssen wir rasch ein Gewitter ankünden, das die schwüle Luft verdrängt.“
„Pah!“ Der kleine Sommergeist war gekränkt. Nur weil er einmal einen faulen Tag hatte, mussten doch nicht alle Sommerpläne geändert werden. So etwas Dummes aber auch!
„Aber nur ein ganz kurzes Gewitter, einverstanden?“, rief er den Wolken zu.
Die aber waren bereits weiter gezogen.
© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in einer längeren Fassung hier: Als der kleine Sommergeist verschlafen hatte und für ein Gewitter sorgte

 

Diese Geschichte findet Ihr in dem Buch: Opas Gutenachtgeschichten


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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

05. August 2015 von Elke
Kategorien: Gutenachtgeschichten, Märchen, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 2 Kommentare

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