Morgenmuffel-Krankheit

Morgenmuffel-Krankheit

Warum klingelt der Wecker so rüde?
Ich bin ja noch so schrecklich müde.
„Aufstehn!“, ruft Mama. „Na, wird es bald!“
Ich mag jetzt noch nicht. Außerdem ist mir kalt.
Und da kommt mir auf einmal eine gute Idee.
„Ich bin krank“, murmle ich. „Mir tut alles weh!
Ganz kraftlos bin ich. Ich kann nicht aufstehn
und schon gar nicht so in die Schule gehn.“
„Krank?“ ruft Mama und steht schon vor dem Bette.
„Das haben wir gleich. Na, jede Wette!“
Schon zieht sie mir die Bettdecke weg.
Es ist kalt, ich schreie, doch es hat keinen Zweck.
„Ein krankes Kind kann nicht so laut schrein“,
sagt Mama und lacht. Oh, wie ist sie gemein!
Sie kennt kein Erbarmen. Ich rapple mich auf.
Ich zittre und stöhne und keuche und schnauf‘
und tue, als sei ich ganz fürchterlich krank.
Doch Mama holt meine Jeans aus dem Schrank
und schickt mich ins Bad. Ich tu ihr nicht leid.
Da lass ich die Faxen. Ich weiß jetzt Bescheid.
„Rabenmutter“, maule ich vor mich hin
und stelle fest, wie arm ich doch bin.
So schwach und so krank und soo schlecht gelaunt,
jeden Morgen aufs Neue, doch was mich erstaunt,
ist, dass diese „Krankheit“ nach einer Weile vergeht.
Es ist wie ein Wunder, das keiner versteht.
Urplötzlich fühle ich mich topfit,
ohne Pillen und Tropfen. Ja, man macht schon ‚was mit.
Und jeden Morgen geht alles von neuem los.
Eine seltsame Krankheit. Was fehlt mir denn bloß?

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

11. August 2015 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergedichte, Schulgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 2 Kommentare

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