Drei kleine Bären pflücken Beeren

Es gibt braune, weiße und schwarze Bären und das ist gut so

Beim großen Bärenfest lernt der kleine Bär Plum zwei fremde Bärenkinder kennen.
„Das sind Plim und Plam“, sagt der Oberbär. „Ihr werdet gute Freunde sein.“
Die beiden fremden Bären sehen Plum brummig an. Sie scheinen einander nicht zu mögen.
Auch Plum kann die zwei nicht leiden. Sie sehen fremd aus. Plims Fell nämlich ist weiß und das von Plam ist schwarz. ”Echte Bären sind braun“, brummt Plum.
So sitzen die drei Bärenkinder im Gras und schmollen.
”Pflückt Beeren für unser Festmahl!”, sagt Frau Oberbär.
„Na gut”, brummt der braune Plum, der weiße Plim streckt die Zunge heraus, und der schwarze Plam knurrt: „Brrr.“
Murrend trotten die drei Bärenkinder in den Wald. Dort geht Plum nach links zu den Brombeerhecken, Plam nach rechts zur Erdbeerwiese und Plim geradeaus zu den Blaubeerkissen. Jeder möchte der beste Beerenpflücker sein. Schnell pflücken sie ihre Körbe voll und vergessen dabei ganz, auf den Weg zu achten.
Auf einmal stehen sie bärenseelenalleine im Wald. Da bekommen sie es mächtig mit der Angst zu tun. Plum saust aufgeregt kreuz und quer durchs Gebüsch. Den Beerenkorb lässt er stehen, die grünen Dornenzweige in seinem Fell aber nimmt er mit. Plam hüpft suchend zwischen den Gräsern auf und ab, dann saust er über die Wiese. Den Korb mit den Beeren vergisst auch er. Nur die Grassamen, die gelb wie Sterne auf seinem schwarzen Pelz funkeln, nimmt er mit. Der weiße Plim fällt vor Schreck in die Blaubeerkissen, dann rennt er los. An den Beerenkorb denkt auch er nicht. Nur die Blaubeerflecken auf seinem Fell nimmt er mit. So kommt es, dass sich plötzlich drei seltsame Bären begegnen: ein grün-braun gestreifter, ein gelb-schwarz getupfter und ein blau-weiß karierter.
„Hi-ilfe!“, „Ma-maa!“ und „Brrr!“ heulen die drei erschreckt los.
Da muss Plam niesen. Er schüttelt sich, die Grassamen wirbeln aus seinem Pelz, und aus dem gelb-schwarz getupften Bär wird wieder der schwarze Plam.
Die beiden anderen Bären lachen. „Hihi“, kichern sie. „Komisch hast du ausgesehen.“
Plam lacht auch. „Ihr seht auch seltsam aus.”
Dann lachen alle drei Bärenkinder. Sie sind froh, einander gefunden zu haben! Alleine sein ist nämlich nicht schön. Und auf einmal mögen sie sich gut leiden.
„Was machen wir nun?“, fragt Plum.
„Wir säubern unser Fell“, schlägt Plim vor.
„Dann holen wir unsere Beerenkörbe!“, meint Plam.
”Einverstanden!”, sagt Plum.
Gemeinsam säubern die drei ihr Fell und gemeinsam suchen sie ihre Körbe. Gemeinsam geht nämlich alles besser. Nur eines wissen sie auch gemeinsam nicht: den Rückweg zum Bärenfest. „Gehen wir geradeaus?“, fragt Plim.
„Nein, nach links“, meint Plam.
„Ich glaube, rechts“, überlegt Plum.
Vor lauter Überlegen werden sie sehr müde. Und so findet der Oberbär später drei kleine Bären, die sich eng aneinander kuscheln und friedlich schlafen. Ein kleiner brauner, ein kleiner weißer und ein kleiner schwarzer Bär.
© Elke Bräunling


Diese Geschichte findest du in einer längeren Fassung hier: Drei Bären pflücken Beeren

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

18. August 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Mutgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

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