Der kleine Stern und die allergrößte Laterne

Ein aufregender Ausflug des kleinen Sterns im Laternenmonat November

Viele kleine Sternchen, hatte der kleine Stern von seinem Himmelsplatz aus auf der Erde gesehen. Funkelhell waren sie und Kinder wanderten mit ihnen durch die Straßen einer kleinen Stadt. Und funkelhell hatten sie den kleinen Stern weggelockt von seinem Himmelsplatz. Seinen Platz am Himmel verlassen darf ein Stern nie und nie und niemals. Aber der kleine Stern büxt manchmal gerne aus … und bisher ist jedes seiner Abenteuer gut ausgegangen. Aber lasst das nicht die Himmelsfee wissen! Psst!
Gerade war der kleine Stern wieder unterwegs zu einem neuen Abenteuer. Die Kinder mit den kleinen Sternchen wollte er besuchen. Weil er aber so aufgeregt war, klappte die Landung im Städtchen nicht richtig. Mit einem ‚Platsch‘ landete der kleine Stern auf einem hohen Ding, das sich hart anfühlte. Es bewegte sich, das Ding, und zog mit ihm an Bäumen, Häusern, Autos – und auch an den Kindern mit den Sternenlaternen – vorbei. Es war nämlich ein Bus, auf dessen Dach der kleine Stern nun saß.
„Halt!“, rief der kleine Stern. „Anhalten! Ich will zu den Kindern. Hörst du?“
Der Bus aber hörte nicht. Es passte nämlich nicht in seinen Plan, jetzt hier anzuhalten. Wo käme man da auch hin, wenn man wegen jeder Kleinigkeit stoppte?
„Geht nicht“, antwortete der Bus. „Ich muss weiter! Man wartet auf mich in der nächsten Stadt. Und du musst auch warten, wer immer du bist und wie immer du auf mein Dach gelangt bist.“
„Oh je! Oh je!“ Der kleine Stern war so erschrocken, dass er nichts weiter als ‚Oh je! Oh je!‘ sagen konnte.
„Ich würde aber …“, versuchte er es schließlich, doch der Bus, der ein großer und stolzer und besonders schöner, roter Bus war, ließ ihn nicht ausreden.
„Ich weiß zwar nicht, warum du mich besuchst“, unterbrach er den kleinen Stern. „Ich sehe nur, dass du ein sehr angenehmes Lichtwesen bist. So hell habe ich noch nie geleuchtet. Wie eine große, rote Herbstlaterne sehe ich aus.“ Der Bus kicherte. „Ein Laternenbus bin ich. Hoho! Ein großer, heller Herbstlaternenbus. Das passt prima in die Zeit, die wir gerade durchfahren. Was meinst du?“
Der kleine Stern suchte nach Worten. Einen Laternenbus, was immer das auch sein mochte, hatte er von seinem Himmelsplatz aus noch nie gesehen.
„U-und w-was macht ein Laternenbus?“, fragte er vorsichtig. „Durch die Zeit fahren?“
„Leuchten! Haha!“ Der Bus fand die Sache mit dem kleinen Stern sehr lustig. „Wir fahren als riesengroße Laterne durch die Dörfer bis zur großen Stadt und machen den dunklen Herbstabend ein bisschen heller. So wie die Kinder, die du überall unterwegs sehen kannst. Wie kleine Sterne wandern sie mit ihren Laternen durch die Straßen. Weil nämlich Laternenzeit ist. Und ich, hoho, ich bin nun die allergrößte Laterne auf der Welt und fahre mit dir durch die dunkle Zeit. Du wirst sehen: Man wird uns mögen!“
Dies interessierte den kleinen Stern weniger. Aber dass er in den Dörfern und in der großen Stadt die Kinder mit ihren Laternen sehen würde, das gefiel ihm. Es gefiel ihm sogar so gut, dass er sich anstrengte, um noch heller zu leuchten. Man fuhr schließlich nicht alle Tage als allergrößte Laterne durchs Land.

© Elke Bräunling

Der kleine Stern besucht gerne die Erde: Als der kleine Stern die Erde besuchen wollte und Der kleine Stern und das Winterlicht
Einmal ist er in einer dunklen Straße gelandet und hat dort ein Kind mit einer Laterne getroffen: Der kleine Stern und das wunderzarte Lied
Auch hier war er unterwegs und er ist auf einem Weihnachtsmarkt in einer großen Weihnachtsmarkttanne gelandet: Der kleine Stern und das Weihnachtswunder und Der kleine Stern und das Weihnachtslicht

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

02. November 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Herbstgeschichten, Märchen, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare

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