Die kleine Waldmaus, der Nebel und das Licht mit Hut

Die kleine Waldmaus, der Nebel und das Licht mit Hut – Als sich die kleine Waldmaus im Nebel verirrte

Plötzlich war der Nebel gekommen. Die ganze Wiese hatte er mit seinen grauen Schleiern umhüllt und schnell war die Welt ringsum grau.
Die kleine Waldmaus war sehr aufgeregt.
„Diese graue Wolke versperrt meinen Augen den Blick auf den Heimweg“, sagte sie. „Wenn ich nicht aufpasse, finde ich die Mäusehöhle nicht mehr.“
Schnell flitzte sie hinauf auf die Höhe, wo der große weiße Stein am Rande der Wiese seinen Platz hatte. Von hier aus war es nicht mehr weit zur Höhle.
Die kleine Maus rannte und rannte, den weißen Stein aber erreichte sie nicht. Ganz außer Puste machte sie schließlich Halt. Ihr kleines Mauseherz pochte heftiger. Es war ein Angstpochen und das fühlte sich nicht gut an
„Ich will nicht die Nacht hier auf der Wiese verbringen“, rief sie in das Grau hinaus. „Sag, Wolke! Welchen Weg soll ich gehen?“
Am liebsten hätte die geweint, doch da glaubte sie, die Stimme von Opa Maus zu hören.
‚Wenn du dich verirrst‘, hatte Opa Maus einmal gesagt, ‚musst du dir einen sicheren Platz suchen. Dort musst du dich nicht fürchten. Du kannst dich ausruhen und nachdenken. Merkst du dir das, kleine Maus?’
Ja, sie hatte sich diesen Rat gut gemerkt. Die Erinnerung warf ihn nun in ihre Gedanken zurück.
Die kleine Waldmaus fühlte sich gleich besser. Fast war ihr, als stünde Opa Maus neben ihr, und die Angst wurde kleiner.
„Ich laufe, bis ich das Ende der Wiese gefunden habe“, nahm sie sich vor. „Und dort suche ich meinen sicheren Platz.“
Und vielleicht, hoffte sie, fand sie dort ja doch den großen weißen Stein.
Schnell sauste die kleine Waldmaus weiter bis zu der Mauer, die die Wiese von den Obstgärten abgrenzte. Den weißen Stein aber fand sie hier nicht. Der nämlich hatte seinen Platz genau auf der gegenüber liegenden Seite der Wiese. Das konnte die kleine Maus in diesem Nebelgrau aber wirklich nicht erkennen.
Was sie sah, war ein kleines Licht. Es kam vom Ende der Mauer und flackerte leicht zwischen Nebelschleiern auf und ab.
Aufgeregt starrte die kleine Maus zu dem Licht hinüber. Es wurde schwach und schwacher.
„Ich muss mich beeilen, bevor das dunkle Grau das helle Licht auffrisst.“
Vorsichtig lief sie auf das Licht zu. Es stand am Ende der Mauer und trug einen großen, runden, orangefarbenen Hut. Ein komischer Hut mit Löchern war es. Egal.
Da! Das Licht erlosch. Nur den komischen Hut konnte die kleine Maus noch erkennen. Er sah aus wie ein sicherer Platz. Schnell kroch sie durch eines der Löcher in den Hut hinein.
Die kleine Waldmaus atmete auf. Da hatte sie aber Glück gehabt! Und morgen, ja morgen würde sie schon den Weg zurück zur Mausehöhle finden. Ganz bestimmt.
Dass sie in einem Kürbisgruselgesicht ihren sicheren Platz für die Nacht gefunden hatte, erfuhr die kleine Waldmaus erst am nächsten Morgen, und das war eine Geschichte für sich.

© Elke Bräunling

Die kleine Waldmaus und der frühe Frühling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

08. November 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Märchen, Naturgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | 16 Kommentare

Kommentare (16)

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  15. Ich bedanke mich im Namen der kleinen Waldmaus und soll ausrichten, dass sie sich wahrend des langen Winterschlafs noch viele viele Geschichten ertraumt hat. Lieber Gru? zu dir?

  16. Da bedankt sich doch die kleine Waldmaus und grüßt lieb zurück 😉

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