Das Adventskalenderbild erwacht

Eine Reise in Annas Adventskalenderbild, das ein altmodisches Haus auf einem altmodischen, tief verschneiten Platz in einer kleinen Stadt zeigt.

 


Ein Ausschnitt aus dem Adventsbuch „Das Haus mit den Butzenscheiben“

Das Adventskalenderbild erwacht

Anna ist an diesem Adventssonntag nicht unzufrieden und gar nicht fröhlich. Sie sitzt vor ihrem Adventskalender und starrt gelangweilt in das Bild. Ja, und dann passiert es:

Anna starrte auf das Fenster. Das Kerzenlicht strahlte hell und warm in die dämmrige Schneelandschaft hinaus.
Schön sah das aus! Fast liebevoll betrachtete Anna das Licht.
„Dort in dem Haus müsste man sein“, seufzte sie, und fast beneidete sie die beiden Kinder, die zielstrebig auf das Fenster mit dem Licht zusteuerten, ein bisschen. Das Licht winkte ihnen entgegen. Und wie es flackerte!
Es flackerte?
Anna staunte. „Es flackert ja wirklich!“, rief sie.
Komisch. Es war doch nur ein Bild! Ein Adventskalenderbild!
Was aber war mit der Kerze los? Sie sah so echt aus, als ob sie hier im Zimmer stände.
Wie gebannt starrte Anna auf das Licht. Sie konnte an nichts anderes mehr denken.
Was passierte ihr da?
Anna starrte und starrte, und die Kerze winkte ihr leuchtend entgegen.
Nun fing es auch noch an zu schneien. In großen, dicken, weißen Flocken.
Anna erschrak noch mehr. Wie Hilfe suchend blickte sie zu dem Licht. Das strahlte so hell, dass es Anna schwindlig wurde. Ihr Herz klopfte.
Schnell machte Anna die Augen zu.
“Verrückt“, murmelte sie und fuhr sich über die Stirn. „So eine verrückte Sache.“
Sie blinzelte. Die Kerze im Fenster flackerte noch immer. Und es schneite.
Anna begann zu frieren. Warum war ihr auf einmal so kalt? Wo war ihr Zimmer geblieben? Ja, was war bloß geschehen?
Ängstlich sah sich Anna um. Sie saß auf dem kleinen Platz mit dem Brunnen mitten im Schnee. Und vor ihr stand das Haus mit den Butzenscheiben und dem Licht im Fenster unten rechts.
Anna begann sich zu fürchten. „Das ist nicht wahr“, rief sie ängstlich. „Was ist passiert?“
Da spürte sie eine kalte Schnauze an ihrer Hand. Flöckchen!
„Flöckchen, du bist auch hier? Oh, wie bin ich froh!“
Erleichtert kuschelte sie sich an den Hund.
„Wenn mir bloß nicht so kalt wäre!“
Anna fror erbärmlich. Sie hatte nur ihre Jeans an, das rote Sweatshirt und Turnschuhe.
Schnell waren Anna und Flöckchen pitschnass und eisig kalt. Und es schneite in einem fort weiter.
„Was sollen wir tun, Flöckchen? Ach, warum habe ich mich bloß in dieses Bild gewünscht. Ich möchte heim.“
Annas Angst wuchs. Wohin sollte sie gehen? Alles war so fremd.
Schnell machte sie die Augen zu und dachte an daheim. Bestimmt war alles nur ein Traum, und sie würde gleich in ihrem Zimmer aufwachen. Ja, ganz bestimmt.

Anna strengte sich mächtig an. Sie dachte an daheim, an ihre Eltern und an ihr warmes Zimmer. Anna dachte und dachte, doch die Kälte blieb. Alles blieb. Auch die Angst.
Auf einmal hörte Anna Stimmen.
Zwei Kinder kamen auf sie zu. Sie gingen mit gebeugten Schultern, schleppten schwere Körbe und waren in dunkle Wolltücher gehüllt. Ihre Nasen und Ohren waren rot vor Kälte.
Anna blinzelte. Das konnte doch nicht wahr sein!
Wirklich, es waren die beiden Kinder aus dem Kalenderbild, und sie schienen sich sehr wohl zu fühlen. Trotz der Kälte, der scheußlich altmodischen Klamotten und der Körbe. Sie redeten miteinander, scherzten und lachten.
„Die haben es gut“, dachte Anna. Ihr war zum Heulen zumute.
„Hallo“, sagte da die helle Stimme des Mädchens in einer Sprache, die Anna nur mühsam verstehen konnte.
„Ha-ha-hallo“, stotterte Anna.
Sie schüttelte sich. Wann würde sie endlich aus diesem Traum erwachen?
Die beiden Fremden blieben abwartend vor ihr stehen.
„Wer bisch ‚e?“, fragte der Junge in dieser komischen Sprache.
„I-i-ch verstehe nicht.“
Der Junge gab sich Mühe. „Wer bist du?“, fragte er noch einmal langsam und deutlich. „Und wo kommst du her?“
Da ergriff das Mädchen Annas Hand. „Du frierst. Was hast du denn auch für komische, dünne Kleider an?“
Kritisch blickte es auf Annas Sweatshirt, die Jeans und die Turnschuhe. „Du kommst von weit her, nicht?“
Anna brachte kein Wort heraus. Doch ihre Angst verschwand.
„Ich bin das Mariele“, sagte das Mädchen.
„Und ich heiße Frederik“, stellte sich der Junge vor.
Anna nickte dankbar. „Ich bin Anna“, sagte sie leise. „Und das ist Flöckchen, mein Hund.“
Mariele und Frederik fingen an zu lachen. Kichernd deuteten sie auf Flöckchen, der mit gespreizten Beinen im Schnee saß und wie ein nasses Riesenwollknäuel aussah.
„Das ist ein Hund?“, fragte Frederik. „Hoho! So einen Hund habe ich noch nie gesehen. Der sieht aus wie ein Schaf.“
Anna war beleidigt. „Flöckchen ist ein Hirtenhund“, brummte sie.
„Ein Hirtenhund? Bist du mit einer Herde unterwegs? Jetzt, im Winter?“
Anna schüttelte den Kopf. Was sollte sie ihnen sagen? Die Wahrheit würden sie ihr bestimmt nicht glauben. Trotzdem fühlte sich Anna sicherer. Wenn ihr nur nicht so kalt wäre! Sie schüttelte sich wieder und klapperte mit den Zähnen.
Da nahm Mariele wieder Annas Hand und zog sie mit sich fort.
„Kommt mit!“, sagte sie. „Bei uns daheim ist es warm.“
„Ja“, meinte Frederik, „und dann kannst du uns erzählen, woher ihr kommt.“
„Wo wohnt ihr?“, fragte Anna.
Mariele und Frederik deuteten auf das Haus mit den Butzenscheiben.
„Hier. Kommt!“

Zögernd folgten Anna und Flöckchen den beiden Kindern, die auf das Haus mit den Butzenscheiben zugingen.
Anna konnte es immer noch nicht glauben. War es ein Traum? Oder gab es sie wirklich, Mariele und Frederik?
‚Sie sind nett‘, dachte Anna. ‚Hoffentlich ist das nicht wieder ein Traum!’

Ja, und dann kommt Anna in die „gemütlichste Küche auf der Welt“ und sie erlebt ein paar aufregende Tage bei ihren neuen Freunden in jener vergangenen Zeit … 

 

Die ganze Geschichte kannst du in dem Buch „Das Haus mit den Butzenscheiben“ lesen

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

29. November 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Märchen, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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