Der kleine Drache und der Weihnachtsmann

 

Der kleine Drache und der Weihnachtsmann

Der kleine Drache verirrt sich in eine Stadt zur Weihnachtszeit und wundert sich sehr

Es war einmal ein Drache, der in seiner Berghöhle viele hundert Jahre verschlafen hatte. Dass es keine Ritter und Räuber und Prinzessinnen mehr gab, ahnte er nicht, als er sich eines Tages auf den Weg ins Tal machte.
Überall unterwegs blinkte und glitzerte es hell und bunt von Bäumen, Häusern und Lichterketten.
„Drachenpotz und Zauberei! Was ist hier los?“
Der kleine Drache staunte, als er die Lichter und die vielen drängelnden Menschen unten im Tal sah. Laut war es hier und zum Fürchten trubelig.
„Hallo!“, sagte auf einmal ein Kerl mit weißem Bart, roter Jacke, Mütze und einem Sack. „Ich heiße Tom und spiele hier den Weihnachtsmann. Sag, bist du ein Weihnachtsdrache?“
Der kleine Drache, der mit ‚Weihnachten‘ nichts anfangen konnte, erschrak.
„Eigentlich wollte ich nur ein paar dumme Ritter für ein Späßchen suchen“, murmelte er. „Und nun muss ich weiter.“
„Halt!“, rief der Tom-Weihnachtsmann. „Dir fehlt noch etwas.“
Er holte Goldsterne, bunte Kugeln, Lametta und Silberglöckchen aus seinem Sack und hängte sie zwischen die Panzerschuppen des kleinen Drachen, hinter die Ohren, an Schwanz und Nase. Dann besprühte er ihn mit klebrigem Silberstaub.
„Huaccch!“ Der kleine Drache wollte fliehen, aber die Leute versperrten ihm den Weg.
„Ein Weihnachtsdrache!“, riefen sie. „Toll!“
Der kleine Drache kam sich ganz schön dämlich vor. In was für eine verrückte Welt war er nur geraten? Er schloss die Augen und ließ den Rummel über sich ergehen.
„Schluss für heute!“, rief der Tom-Weihnachtsmann irgendwann später. „Die Schlacht ist geschlagen.“
„Gut!“, freute sich der kleine Drache, der geschlagene Schlachten liebte. Und bevor dieser seltsame Tom-Weihnachtsmann, der schlimmer war als hundert wilde Ritter und mehr, noch etwas sagten konnte, jagte er davon.
Schnell raste er den Berg hinauf zu seiner Höhle. Dort rollte er sich hinten in der Ecke zusammen und fiel in einen tiefen Schlaf. An seinen Ohren baumelten Goldsterne, am Schwanz klimperte ein Glöckchen und am Körper hingen Kugeln und Lametta.
Nun, er wird sich schön wundern, wenn er in einer Woche, einem Jahr oder auch erst in einem Jahrhundert wieder aufwacht. Als Weihnachtsdrache.

© Elke Bräunling

Die lange (viel längere) Fassung dieser Geschichte findest du hier: Der Weihnachtsdrache

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

15. Dezember 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Gutenachtgeschichten, Märchen, Weihnachtsgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Pingback: Der Weihnachtsdrache » Elkes Kindergeschichten

  2. Pingback: Der Weihnachtsdrache | Winterzeit

  3. Hübsche Geschichte. 😊

  4. Danke
    🙂

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