Rosen für den Weihnachtsbaum

 

Rosen für den Weihnachtsbaum

Von ersten Christbäumen, Rosenschmuck und Glaskugeln

Rote Papierrosen hat Mia für den Weihnachtsbaum gebastelt.
„Die ersten Christbäume“, erzählt sie, „hatten nämlich noch keine Kerzen und auch keine Kugeln. „Äpfel haben die Leute zum Schmücken genommen, Rosen aus Papier, Lebkuchen, Zuckerkringel und andere Naschereien.“
„Echt wahr?“, fragt Papa. „Wie schlau du bist.“
„Haben wir alles in der Schule gelernt.“ Mia ist stolz über Papas Lob. „Und weißt du, wie die Glaskugeln erfunden wurden?“
„Nein.“ Papa schüttelt den Kopf.
„Das war eine dumme Geschichte“, erzählt Mia. „Einmal nämlich hat es im Herbst früh Frost gegeben und alle Äpfel an den Bäumen sind erfroren. Ganz traurig waren die Leute da. Einen Christbaum ohne Äpfel konnten sie sich nicht vorstellen.“ Sie macht eine kleine Pause. „Dann aber hatte ein Glasbläser eine Idee: Er blies kleine Glaskugeln und bemalte sie wie Äpfel. Das waren die ersten Christbaumkugeln. Und die Leute haben sich riesig gefreut.“
„Toll.“ Papa ist beeindruckt.
„Genau“, sagt Mia. „Und so einen Weihnachtsbaum möchte ich haben. Einen Baum mit Papierrosen, Lebkuchen, Zuckerkringeln und Kugeln, die wie Äpfel aussehen.“
„Und keine Kerzen?“, staunt Papa.
Mia überlegt. Nein, Kerzen sind wichtig, findet sie.
„Wir nehmen echte Kerzen“, bestimmt sie. „Kleine rote. Einverstanden?“
„Einverstanden“, sagt Papa. „Die elektrischen Kerzen haben mir noch nie gefallen.
Mia nickt. „Sie sind nicht echt.“

© Elke Bräunling

Und wer hat nun die Glaskugeln wirklich erfunden? Hier gehen die Meinungen ausseinander. Die Historiker bieten ganz unterschiedliche Orte an. Orte, die alle etwas mit Glasbläserei/Glasherstellung zu tun haben im Schwarzwald, im Elsass und in Lothringen (Vogesen), in Thüringen und im Erzgebirge und … sicher gibt es noch mehr Varianten.
Als ich vor Jahren für mein Kinderbuch „Das Haus mit den Butzenscheiben“ recherchierte, wählte ich das Elsass, die Gegend um Selestat (Schlettstadt). Dort nämlich soll es auch den ersten Christbaum gegeben haben. Der hing an der Decke in einem alten Zunfthaus, der Aubèrge des Allisiés. Doch die Straßburger protestieren auch hier. Sie beanspruchen den „ersten Christbaum“ für sich.

 

Diese kleine Geschichte ist ein Ausschnitt aus dieser Weihnachtserzählung:

Elke Bräunling
Das Haus mit den Butzenscheiben
Ein Zeitreisemärchen rund um die ersten Weihnachtsbäume

Altmodisch sieht das Haus mit den Butzenscheiben auf Annas Adventskalender aus, und zuerst ist sie enttäuscht. Aber dann lernt Anna sein Geheimnis kennen. Mit ihrem Hund Flöckchen landet sie in einer anderen Zeit an einem anderen Ort – im Elsass vor zweihundert Jahren, wo sie bei einer Familie unterkommt. Auf dieser Zeitreise in das Jahr 1752 erlebt sie mit, wie die ersten Christbäume geschmückt und die ersten Glaskugeln erfunden werden.

Eine märchenhafte Erzählung mit historischem Kontext für die Advents- und Weihnachtszeit von Elke Bräunling.
Der Bestseller aus dem Jahr 1992  nun wieder erhältlich.

Taschenbuch Das Haus mit den Butzenscheiben (Ein Zeitreisemärchen)   Ebook  Das Haus mit den Butzenscheiben (Ein Zeitreisemärchen)  *

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

23. Dezember 2015 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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