Spatzengeflüster

Ist der Frühling endlich da? Der kleine Spatz kann ihn gar nicht mehr abwarten, den Frühling

„Hey, Jungs! Hört! Es ist so weit!“
Aufgeregt kam der kleine Spatz von seinem Ausflug zurück. In den winterlichen Gärten war er auf Futtersuche gewesen. Hier und da hatte er auch ein paar Samenkörnchen gefunden. An manchen Stellen brachte nämlich die wärmere Luft der letzten Nacht den Schnee schon zum Schmelzen und der hungrige kleine Spatz konnte ein wenig in den Gartenbeeten nach Nahrung suchen. Auf dem Heimweg hatte er am Wegrand noch ein frisch angebissenes Apfelstück entdeckt. Was für ein wunderfeiner Fund zum Naschen!
Nach seinem Mahl hatte sich der kleine Spatz zum Ausruhen auf einen Haselzweig gesetzt. Dann waren die beiden Menschenfrauen gekommen. „Der Frühling ist da!“, hatten sie gesagt und sich gefreut.
„Juchhu!‘, hatte der kleine Spatz da gejubelt. Ein fröhliches Liedchen hatte er gesungen, dann war er schnell zurück zu seine Spatzenfreunden geflogen.
„Los Jungs! Auf Jungs! Sie ist da, die Zeit!“, rief er ihnen zu.
„Die Zeit? Welche Zeit?“, fragten die Spatzen, die müde vor sich hin dösten.
„Die Frühlingszeit! Was sonst?“, rief der kleine Spatz. Er rief es laut, denn er war sehr aufgeregt. Das war die Vorfreude auf die kommenden Frühlingstage.
„Unsinn!“, sagte der weise Spatzengroßvater. „Der Winter hält das Land noch fest in seinen frostkalten Händen. Wir müssen noch ein Weilchen warten. Glaubt es mir!‘
„Die Menschen haben aber gesagt, der Frühling sei da“, sagte der kleine Spatz, der keine Lust mehr auf Winter hatte. „Ich habe es genau gehört. Und gefreut haben sie sich. Sogar gelacht haben sie ein bisschen.“
„Sie haben gelacht?“, rief ein anderer Spatz und seine Stimme klang nun aufgeregt und nicht mehr müde. „Wenn Menschen lachen, gibt es gute Gründe. Und sagt: Ist der Frühling nicht ein guter Grund?“
„Ja, ja, aber ja klar“, riefen die Spatzen. Ihre Stimmen überschlugen sich, so aufgeregt waren sie auf einmal. „Wir wollen den Frühling auch sehen. Wir wollen ihn begrüßen.“
„Au ja!“, riefen alle Spatzen. „Lasst uns den Frühling begrüßen. Auf! Kommt!‘
Und der kleine Spatz rief wieder: „Los! Los, Jungs! Auf Jungs! Sie ist da, die Zeit! Kommt, ich zeige euch, wo ich ihn gesehen habe!“
Und die Spatzen flogen, einer nach dem anderen dem kleinen Spatz hinterher durch die Dachluke hinaus in den Wintertag, dem Frühling entgegen.
Nur Großvater Spatz war zurückgeblieben. Seine Nase hatte ihm verraten, dass es noch eine Weile zu warten galt.
„Menschen wissen auch nicht alles“, brummte er, aber da war niemand mehr, der ihm zuhörte. Doch zum Reden blieb noch genug Zeit. Später.

© Elke Bräunling

Und wie alles anfing, das heißt, woher der kleine Spatz den Gedanken hatte, dass der Frühling da sein, könnt ihr hier nachlesen: Das Lächeln des Frühlings

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

21. Februar 2016 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Naturgeschichten, Tiergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

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  4. Tolle geschichte

  5. Dankeschön 🙂

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