Ein Salat aus „Unkraut“

Kann man „Unkraut“ essen und was ist „Unkraut“ überhaupt?

Ein schöner Frühlingstag ist heute. Pia und Pit sind mit ihren Eltern zu Besuch bei Großtante Regine, die in einem hübschen, kleinen Häuschen auf dem Land lebt. Weil die Erwachsenen sehr bald sehr langweilige Erwachsenengespräche führen, wird es den Geschwistern langweilig.
„Habt ihr Lust, unseren Salat fürs Abendbrot zu pflücken?“, fragt die Großtante da.
„Wo denn?“, fragt Pia und Pit meint: „Im Frühling gibt es doch noch keinen Salat im Garten.“
„Im Garten nicht. Aber auf der Wiese. Kommt mal mit!“, sagt die Großtante.
Sie nimmt einen Korb, öffnet die Tür, die von der Küche in den Garten führt und stapft den Kindern voraus zur Wiese, die hinter dem Garten liegt.
„Heute Abend gibt es Würstchen, Bratkartoffeln und Löwenzahnsalat“, erklärt die Großtante. „Und die Löwenzahnblättchen zu unserem Salat könnt ihr nun ernten.“ Sie bückt sich und pflückt ein längliches, gezacktes Blättchen. „So sieht ein Löwenzahnsalatblatt aus. Davon könnt ihr hier ganz viele pflücken. Aber nehmt von jeder Pflanze nur zwei oder drei Blättchen!“
„Igitt“, schreit Pit. „Ich esse doch keinen „Unkraut“-Salat.“ Er schüttelt sich.
Auch Pia fühlt sich etwas flau im Magen.
Großtante Regina aber lacht. „Was seid ihr für kleine Stadtmäuse! Löwenzahnsalat schmeckt besonders im Frühling wundervoll – und in ganz noblen Restaurants gilt er sogar als eine teure Delikatesse.“
„Echt?“ Pia zieht begeistert los. „Dann müssen wir ganz viel davon pflücken, denn teure Delikatessen esse ich am allerliebsten.“
„Ich auch!“, schreit Pit, der nicht zugeben will, dass er sich unter einer ‚Delikadingse’ nichts vorstellen kann.
Voller Eifer pflücken die Geschwister ihren Abendbrot-Salat. Es macht Spaß, das eigene Essen selbst zu pflücken, finden sie. Stolz kommen sie später mit einem Korb voller Löwenzahnblätter zurück. Und hungrig sind sie. Mächtig hungrig sogar. Klar.

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du hier in einer längeren Fassung: Pia, Pit und der „Unkraut“-Salat

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

31. März 2016 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Pingback: Pia, Pit und der „Unkraut“-Salat » Elkes Kindergeschichten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert


%d Bloggern gefällt das: