Der große Blumentag

Vor Muttertag herrscht Aufregung unter den Blumen

„Achtung! Achtung!“ Laut und warnend hallte es durch den Garten. „Bald ist großer Blumentag. Passt auf!“
„Großer Blumentag?“, raunten einige Blumen. „Schon wieder?“
„Au weh! Zieht eure Köpfe ein!“
„Beendet schnell eure Blüte!“
„Verkriecht euch noch ein Weilchen in euren Knospen!“
„Blüht jetzt nicht so schnell auf!“
Von überall her riefen erschrockene Stimmen einander Ratschläge zu.
Einige Blumen jammerten auch und klagten.
„Zu spät!“, riefen die stolzen Papageientulpen mit den elegant gezackten Blütenblättern.
„Unsere Blüte hat gerade begonnen. Wir können unsere Kelche nicht mehr schließen. Oh je! Oh je! Pflücken werden uns die Menschen und zu Blumensträußen binden.“
„Und dann?“, fragte eine junge Rose, die sich noch in ihrer Knospe verbarg.
„Dann“, schluchzten die Maiglöckchen, „werden sie uns in Sträußen mit sich tragen in ihren feuchten, warmen Händen. Oh, das tut so weh! Jedes Jahr trifft es uns Maiglöckchen zum großen Blumentag am meisten.“
„Sie lieben euch eben, die Menschen“, tröstete ein Löwenzahn. „Mich und meine Kollegen mag niemand in einem Blumenstrauß haben.
„Wie Recht du hast!“, sagte das Vergissmeinnichtblümchen. Es seufzte. „Uns haben sie am großen Blumentag ganz besonders lieb. Allein schon unseres Namens wegen. VERGISS-MICH-NCHT! Ja, ja …“ Es seufzte noch tiefer. „So lieb haben sie uns, dass sie oft genug uns und unseren Durst nach Wasser vergessen.“
„Richtig! Davon haben wir auch schon gehört.“ Viele Blumen stimmten dem mit einem Nicken und mit „Ja-Ja-Das-kennen-wir-auch-Rufen“ zu, bis das nicht ganz so schöne und in Blumensträußen auch nicht ganz so beliebte Ziergras sagte: „Manchmal ist es schön, nicht so schön zu sein.“
„Also ich“, meinte keck eine junge Irisblüte, „ich möchte ganz toll schön und geliebt sein. Aber sagt, was ist das eigentlich, dieser ‚große Blumentag‘, den ihr alle so fürchtet?“
„Muttertag“, riefen da alle Blumen im Chor. „Der Tag, in dem alle kleinen und großen Kinder ihren Müttern mit einem Blumenstrauß eine Freude machen!“
„Wie schön!“, sagte die Irisblüte andächtig. „Also ich, ich möchte gerne eine kleine Freude sein. Ihr nicht?“
Für einen Moment wurde es still im Garten. Mucksmäuschenstill.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

20. April 2016 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 6 Kommentare

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