Jeder Tag ist Muttertag

So viele Festtage im Jahr … und jeder Tag ist ein Muttertag

Die Eltern von Pia und Pit sind für ein paar Monate beruflich verreist und die Geschwister wohnen bei Oma und Opa. Auch den Muttertag werden sie ohne Mama feiern.
„Machen wir ein großes Fest für Oma?“, fragt Pia ein paar Tage vor dem Muttertagssonntag.
„Was für ein Fest?“ Opa sieht Pia und Pit verdutzt an. Dann zieht er sein Smartphone aus der Hosentasche und tippt in die Tasten. „Sagt bloß, ich habe nicht an Omas Geburtstag gedacht? Oh je, das kann doch nicht wahr sein. Hier. Mai. Mai! Mai? Wo steht das mit dem Fest und dem Geburtstag?“
„Was für ein Geburtstag?“, fragt Pit und Pia ruft schnell:
„Oma hat doch im Sommer Geburtstag und nicht zum Muttertag.“
Opa atmet erleichtert auf. „Stimmt. Wie konnte ich das bloß vergessen?“ Er blickt wieder aufs Smartphone. „Genau. Da steht es. Oma hat am 27. Juni Geburtstag und das kann ich mir auch leicht merken. Der 27. Juni ist nämlich der Siebenschläfertag und diesen Tag vergisst man nicht so leicht.“
„Hättest du ihn denn vergessen, wenn es nicht dieser Siebenschläfertag wäre?“, erkundigt sich Pia.
„Nein, natürlich nicht.“ Opa lacht auf. „Niemals könnte ich den Geburtstag eurer Großmutter vergessen. Es ist ja auch ein wichtiger Tag.“
„Stimmt“, sagt Pit. „Ohne Geburtstag gäbe es keine Oma und ohne Oma gäbe es uns nicht. Stimmt’s?“
„Stimmt“, sagt Opa.
„Aber warum suchst du Omas Geburtstag dann in deinem Smartphone-Kalender?“, will Pia dennoch wissen.
Opa grinst. „Sicher ist sicher. Nicht auszudenken, ich vergäße einen der vielen Familienfesttage. Das würde mir gar nicht gefallen.“
„Und Oma auch nicht“, sagt Pit und Pia muss lachen. Sie stellt sich vor, wie empört Oma dreinblicken würde, wenn Opa ein wichtiges Fest vergäße. Und empört blicken kann Oma besonders gut. Irgendwie zum Fürchten sieht das nämlich aus.
Auch Opa muss wohl gerade Ähnliches denken, denn er fügt schnell hinzu:
„Unseren Hochzeitstag weiß ich auch auswendig. Er ist im April und leicht zu merken. Er ist am vierten April, dem viertenvierten, und wir haben ihn neulich erst gefeiert. Ha! Das sind die zwei wichtigsten Festtage im Jahr. Omas Geburtstag und unser Hochzeitstag. Niemals dürfte, äh, würde ich sie vergessen. Niemals.“
Er reibt sich die Hände und grinst. Dann stutzt er.
„Welches Fest aber war nun im Mai? Helft ihr mir auf die Sprünge? Welchen Festtag sucht ihr.“
„Auch ein Festtag für Oma“, sagt Pit. „Rate!“
Opa wird blass. „N-n-noch ein Festtag? W-w-welchen denn?“
„Muttertag?“, rufen Pia und Pit da wie aus einem Mund. „Am ersten Maisonntag ist Muttertag“
Und Pia ergänzt: „Oma ist nicht nur eine Oma. Nein, sie ist auch eine Mutter. Mamas Mutter, und das müssen wir ganz toll feiern.“
„Und in diesem Jahr feiern wir ihn noch mehr als sonst“, sagt Pit. „Weil Mama nicht da sein kann. Deshalb können wir nicht Mamas Muttertag und Mama kann nicht Omas Muttertag feiern.“
„M-m-muttertag?“ Opa stammelt schon wieder und er wird noch ein Stückchen blasser um die Nase. „D-d-den feiern wir nie. Oma mag das nicht und ich …“
„Stimmt“, sagt Oma, die ins Zimmer gekommen ist und das mit dem Muttertagsfest mitgehört hat. „Jeder Tag im Jahr ist Muttertag.“
„Und jeder Tag im Jahr ist auch Omatag“, ergänzt Pia.
„Genau. So ist das und nicht anders möchte ich es haben.“ Oma nickt zufrieden.
Auch Pit nickt zufrieden. „Fein“, sagt er. „Dann lass uns gleich mit dem Feiern anfangen. Spendierst du uns eine Pizza, Opa?“
„Pizza? Äh? Spenden? Warum?“
„Weil jeder Tag Omatag ist und an einem Omatag muss sich keiner mit Kochen stressen. Darum.“
„Äh …“ Opa sucht nach einer Antwort, doch dann hält er es doch für klüger, nichts weiter zu sagen. Es ist ja auch alles gesagt.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

01. Mai 2016 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle | Schlagwörter: , , , , , , , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

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