Schlechtwetterlaunen

Wenn das Wetter ’spinnt‘, spielen auch die Menschen manchmal ein bisschen verrückt

Es regnete ´Hunde und Katzen´. Jule, Anne und Martina saßen am Fenster, zählten die Regentropfen und langweilten sich. Sie wollten so gerne eine Hütte bauen, draußen bei den Weiden. Doch nun regnete es und regnete. Es war zum Grausen.
„Morgen wird das Wetter besser“, sagte Jule.
„Dann bauen wir unsere Hütte!“, rief Anne.
„Und wir spielen ‚Hüttenfamilie‘“, bestimmte Martina. „Ich bin der Vater, Jule ist die Mutter und Anne das Kind.“
„Ich will aber nicht Kind sein“, maulte Anne. „Da muss man artig sein und früh schlafen gehen.“
„Du bist die Jüngste“, bestimmte Martina. „Also bist du das Kind!“
„Ihr seid gemein!“, schluchzte Anne und rannte weg.
„Alles wegen deiner doofen Hüttenfamilie“, meckerte Jule. „Ich spiele lieber mit meinen Brüdern.“
„Ach, ihr könnt mich mal!“, schrie Martina den beiden wütend hinterher.
Peng! Schon hatten sie den schönsten Krach.
Am nächsten Tag schien die Sonne und Martina blickte sehnsüchtig zu den Weiden hinüber. Eine tolle Hütte könnte man dort bauen, wenn dieser dumme Streit nicht wäre. Jule und Anne fühlten sich auch nicht besser. Jule stritt sich mit ihren Brüdern herum und Anne hockte gelangweilt im Sandkasten.
„Blöder Tag“, maulten sie, und jede hätte am liebsten „Lasst uns wieder gut sein“ gesagt. Doch das war schwer.
Bei den Weiden ist es jetzt bestimmt schön, dachte Martina.
Brüder sind eine rechte Landplage, ärgerte sich Jule und Anne wünschte sich nichts Sehnlicheres, als ein kleines liebes Hüttenfamilienkind zu sein.
Und so schlichen sie zu den Weiden und hofften, dass eine den Anfang machte und „Tut mir leid“ sagte. Anne schielte verstohlen zu Martina und Jule, Jule zu Anne und Anne zu und so weiter… und jede wartete und hoffte. Längst hatte sich die Sonne unbemerkt hinter dicken Wolken verkrochen.
Rrrummms! Auf einmal donnerte es. Laut und furchterregend.
„H-h-hilfe, ein Gewitter!“, schrie Martina.
„Ich hab Angst“, heulte Anne.
„Nix wie weg!“, stöhnte Jule.
Eilig zwängten sich die drei Streithähne ins nahe rettende Telefonhäuschen. *
Direkt über ihnen war das Gewitter nun. Jule, Martina und Anne zitterten und drückten sich fest aneinander. Fast lauter als das Donnern aber klopften ihre Herzen. Ob sie nun wieder gut miteinander waren? Fragend blickten sie sich an, mussten grinsen und kuschelten sich noch ein bisschen enger aneinander, obwohl es mittlerweile gar nicht mehr so laut donnerte.
„Morgen bauen wir endlich unsere Hütte“, beschlossen sie.
Die drei Mädchen waren glücklich. Wie schön war es doch, gute Freundinnen zu haben!
Am nächsten Tag regnete es ´Hunde und Katzen´. Griesgrämig blickten Jule, Anne und Martina aus dem Fenster.
„Mist-Wetter!!!“
Sie schimpften und langweilten sich.
„Eigentlich“, meinte Jule auf einmal, „müssen wir nicht Hüttenfamilie spielen, oder?“
Die anderen schüttelten den Kopf. Nein, eigentlich nicht. Aber was sonst?
„Spielen wir doch Krankenhaus?“, schlug Martina vor. „Ich bin der Doktor, Jule ist die Krankenschwester und Anne die Kranke.“
Anne fing an zu heulen. „Ich will aber nicht die Kranke spielen! Immer ich muss…“
NEIN, NICHT SCHON WIEDER!

© Elke Bräunling

* Telefonhäuschen: Diese Geschichte ist schon etwas älter. Als ich sie schrieb, gab es noch an vielen Ecken Telefonhäuschen und das ist noch gar nicht so lange her.

Auch hier „nervt“ das Wetter:
Ein farbenfroher Regenwettermorgen
Die langweilige Schlechtwetterlaune
Aprilwetterlaunen
Der lachende Wetterzauberwichtel
Der kleine Sommergeist und das Sommerwetter
Mia und der Wetterzauberer
Wetterelse
Das Sauwetter
Als der Sommer streikte
Sei kein Esel, Sommer!

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

31. Mai 2016 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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