Fußballfieber

Jungen und Mädchen und Fußball und ein großes Fußballfest mit viel Spannung

Endlich war es so weit. Es war der heißeste Tag in diesem Sommer und der Beginn des großen Fußballfests.
Die Kinder aus der Entenbachsiedlung waren mächtig aufgeregt. Seit Wochen redeten sie fast nur noch über die Spiele, die Spielpläne, die Mannschaften und die Fußballstars. Jeder hatte seine Lieblingsmannschaft und jeder hatte seinen Lieblingsfußballer. Das konnte man deutlich hören. Man konnte es auch sehen. Bei den Jungs aus der Siedlung zumindest. Einige nämlich trugen nun als Glücksbringer die Frisur ihres Fußballstars. Und das, fanden die Mädchen, sah ganz schön doof und dämlich aus.
Gemeinheit! Die Jungen aus der Siedlung waren empört. Fußballer sehen nie doof oder dämlich aus.
„Ihr seid ja nur neidisch!“, sagte Leon, ihr Anführer. „Was wirklich dämlich aussehen würde, wäre ein Mädchen mit einer Fußballerfrisur. Und überhaupt: Lernt ihr erst einmal richtig Fußball spielen.“
Neidisch? Pah! Fußball spielen war längst keine Jungenssache mehr. Das wäre ja noch schöner!
„Wer sagt, dass wir nicht Fußball spielen können?“, rief Rosalie, ihre Anführerin, und es klang sehr viel Empörung in ihrer Stimme mit. Jungs konnten manchmal aber auch so was von gemein sein. Vergessen war das Lästern über die Fußballerfrisuren, die, um ehrlich zu sein, bei manchem Jungen wirklich ein wenig seltsam aussahen. Nein, die Mädchen waren schwer in ihrer Ehre gekränkt.
„Das weiß doch jeder!“, bellte Leon zurück. „Ein Mädchen kann nie so heiß um den Ball kämpfen wie ein Junge. Klare Sache!“
„Blödsinn! Gar nichts ist hier eine klare Sache, du Angeber! Hörst du?“
Rosalie war nun sauer und mit ihr alle Mädchen aus der Entenbachsiedlung. Und während die Jungen darauf nur mit einem Lachen antworteten, das irgendwie überheblich und verächtlich klang, tuschelten die Mädchen miteinander. Dann lachten auch sie.
„Los! Spielen wir!“, riefen sie. „Wir werden es euch zeigen.“
„Jetzt?“ Leons Stimme klang nun nicht mehr ganz so angeberisch. „Wir haben heute über 35 Grad im Schatten und in der Sonne auf dem Bolzplatz ist es bestimmt doppelt so heiß. Kein gutes Wetter für einen wichtigen Kampf.“
„Na und? Ihr wolltet doch einen heißen Kampf! Das ist doch für einen echten Fußballer kein Problem, oder?“
Rosalie deutete auf Leons Möchtegern-Fußballstarfrisur und kicherte. „Es ist höchstens ein Problem für deine tollen Haare. Hihi.“
Und weil alle nun, Mädchen und Jungen, lachen mussten, lachte Leon nach einem kurzen wütenden Zögern mit. Was blieb ihm auch sonst übrig?
Das Spiel ‚Mädchen gegen Jungen‘ vertagten sie dann lieber. Am Ende hätten sie dann vielleicht das echte Länderspiel im Fernseher versäumt und das war wirklich keine Meinungsverschiedenheit auf der Welt wert.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

10. Juni 2016 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Sommergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare

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