Mia und die Wolkenbären

Von Wut und Lust auf Toben, von Geschwisterärger, Wolkenbären und Gewittergrollen

Am liebsten tobt Mia mit ihren älteren Geschwistern auf dem Spielplatz herum. Oft aber möchten die Großen Mia nicht dabei haben und schleichen sich davon. Auch heute hat Mia für ein Moment nicht aufgepasst, und schon haben sie sich aus dem Staub gemacht.
Mia ist so wütend, dass ihr vor lauter Wut der Kopf weh tut.
„Ihr seid gemein!“, schimpft sie und rennt sie über den Spielplatz zum Park hinüber. „Ich werde euch finden, ganz bestimmt.“
Durch den ganzen Park saust sie und tobt sich dabei so richtig aus. Ihr Herz hämmert laut und ihre Knie fühlen sich weich an, als sie endlich Halt macht. Das Laufen und Toben aber hat ihr gut getan und der Kopf schmerzt nicht mehr. Auch die Wut ist kleiner geworden.
„Ha!“, ruft sie. „Ich finde euch! Wetten?“
„Jajaja!“, lachen helle Stimmen von irgendwo und eine ganz hohe Stimme ruft:
„Von hier oben kannst du alles viel besser sehen. Komm herauf!“
„Ja, komm zu uns!“, ruft eine andere Stimme. „Wir hier oben wollen toben! Jahahaha!“
„Jahahahaaa!“, hallt ein vielstimmiger Chor: „Toben macht frei. Toben macht heiter. Besser toben als wüten. Das ist gescheiter.“
„Klingt gut“, brummt Mia und sieht sich um. „Aber wer seid ihr und wo steckt ihr?“
„Hier oben. Das haben wir doch schon gesagt.“
„Wo oben?“ Mia kann niemanden entdecken.
Es kichert wieder und so etwas wie ein leises Donnern ist auch zu hören.
Donnern?
Mia blickt zum Himmel hinauf und da sieht sie sie: Wolken, große und kleine. Sie malen Wolkenbilder an den Himmel, die wie Bären aussehen und in einem wilden Tanz über den Himmel jagen. Toll sieht das aus.
Mia freut sich. Wie gerne würde sie mit ihnen über den Himmel toben.
Da donnert es wieder.
„Geh nach Hause, kleine Mia!“, ruft einer der Wolkenbären. „Das Gewitter ist nah.“
„Jajaja“, schallt es über den Himmel. „Nah, nah, bald da.“
Und eine besonders grollige Donnerstimme jubelt: „Bei Gewitter können wir uns so richtig austoben. Das tut gut. Juchhu!“
„Und hinterher“, ruft eine andere Wolkenbärenstimme, „fühlen wir uns frisch und froh.“
„Stimmt“, ruft Mia zurück. „Das habe ich gerade auch gemerkt. Toben tut wirklich gut.“
„Sagen wir doch, sagen wir doch“, ruft es. „Mach’s gut, kleine Mia. Tschü-hü-hüs!“
„Tschüs und Adieu!“, ruft Mia zum Himmel hinauf. Sie winkt den Wolkenbären zum Abschied zu und macht sich schnell auf den Heimweg, denn das Donnern hallt immer lauter.
‚Ob Wolken auch manchmal so wütend sind, dass ihnen vor Wut der Kopf weh tut?‘, überlegt sie unterwegs. Nein, das kann sie sich nicht vorstellen. Den Spruch der Wolkenbären aber will sie sich merken und wenn sie sich wieder einmal ärgert, wird sie daran denken.

© Elke Bräunling

Zu dieser Geschichte findest du hier eine Fanatsiereise/Entspannungsübung: Ein Besuch bei den Wolkenbären

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

03. Juli 2016 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert